Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eigenhändige Briefe von Moses Mendelsohn
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 4)
- Language
- German
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3ד1 . Eigenhändige Briefe v on Moses Mendelsohn. sehr verdenken, wenn ich mit ihm ferner Zeit verderben sollt«. ׳ Rechtschaffene- Leute sind nicht damit zufrieden , daß ich ihm das : erstemal geantwortet habe: Hinsichtlich Solcher heißt es: ,,Ant- Worte, dem Narren nicht in seiner Thorheit! 2)" Seine Beschuldigungen sind so unverschämt und seine Beweise so albern, daß ich mich schämen würde, darauf zu antworten. Sie sagen, lieber Freund, viele unsrer Glaubensgenossen könnten ihm Glauben geben; lieber Herr Elkan! über die Kölbeli unserer Glaubensgenossen in dieser Beziehung moquire ich mich herzlich, denn ein vernünftiger Mensch muß die Albernheit dieses unverständigen Schwätzers gar bald einsehen. Ueberhaupt pflegen Christen und besonders Theologen gar leicht Jemanden des Deismus zu beschuldigen, weil ihre geoffenbarte Religion gar erschrecklich viel zu der Natürlichen hinzuzuthun hat, das über und wider die Wernunft ist. Aber gelobt sei Gott, der uns die Lehre der Wahrheit gegeben. Wir haben keine Glaubenssätze (עקרים) bie ־gegen feie Vernunft oder über dieselbe feien (מצות ותקים ומשפטים ישרים ת״ל). Wir thun nichts mehrhinzu.zu der natürlichen Religion, -als Gebote, Satzungen und grade Vorschriften, aber die Grund- und - Glaubenssätze - unserer Religion beruhen auf dem Fundament - des Verstandes (אבל עקרי יסודי דתינו מיוסדים על אדני דשבל) und stimmen überein mit der Forschung nach jeder Seite hin, ohne jeden Widerspruch und Widerstreit. Und das ist der Vorzug unsrer Religion, der wahren und göttlichen, vor allen übrigen Glaubensbekenntnissen. Die Christen werden alle unsre עקרים des Deismus ׳oder Naturalismus beschuldigen. Dr. Ernesti dort hat in seiner Bibliothek schon gesagt: Er sehe wohl, daß das heutige JudeNthUm ein verfeinerter Naturalismus sei, weil : ich gezeigt habe, daß nach unsrer Lehre auch die übrigen Völker, so sie nur die sieben (noachidischen) Gebote halten, des' ewigen Lebens theilhaftig werden. Ich will mich hierbei nicht länger aushalten, denn bei all diesem dient Redseligkeit an Mendelsohn. Wessen Geistes Kind Meyerlin (geb. zu Stuttgart f 1778) war, kann man schon, daraus erkennen, daß er eine Schrift üb er 'die Unzulässigkeit des Sabbathdienstes der Christen bei den Juden herausgab, Frankfurt 1766. Auch wendete er sich mehrmals an die Rabbiner, die wichtige Frage des Messias zu untersuchen. Beide Männer sind in der Literatur ver- :schollen, während.-Mendelsohn unsterblich in ihr ist. - A. 2) Spr. 23, 4.