Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 19)
- Language
- German
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Zur Geschichte brr Synagogen-Gemrinde m! Königsberg. 99 unter! dem 1. /Februar 1771 an die Regierung und gleichzeitig an - die!Kriegskammer schrieb׳, daß nicht die! Regierung,7wiedie Domainenkammer angetragen, sondern die Domainenkammer! und der Polizei-Direktor eine Weisung verdiene, erstere, daß sie auf einseitiges Anbringen sogleich eine unnütze Weitläufigkeit veranlaßt, letzterer aber, daß er offenbar unrichtige Facta angegeben und den eigentlichen Zusammenhang verschwiegen,^ ,mithin dMuch eine ׳ ״der4 allerunnützesten und unangenehmsten Beschäftigungen des Etats-Ministeriums, nämlich die Schlichtung,einer inchtsbedeutenden Jurisdietions - Streitigkeit, veranlaßt , hat. Es, gehet aus den Acten hervor, daß der,Auflauf am HimmelfahrMage darüber entstand, daß der Polizei-Director den Menschen mit Gewalt habe holen lassen. Eine Sache wird aber zu keiner PolizeEache, wenn durch das unschickliche Benehmen eines Polizeihedienten ein Auflauf veranlaßt worden. —- Die Energie der damaligen Aelteften, die sich nicht, aus Gleichgültigkeit! odpr kleinlicher Aengstlichkett, zurülkzogen , sondern die religiöse Hngelegenheit eines Einzelnen, eines Fremden, der ihre Hülse forderte, zur eignen machten, wurde also durch den besten Erfolg belohnt, Mit Recht begnügten sie sich nicht mit der faktischen Freilassung des. jungen Mannes, da es , sich hier,, um Feststellung!. eines Princips für alle Zukunft handelte. Die Eingabe, der Äeltesten aphellirte an die Aufklärung und Gerechtigkeit, des großen Königs und die Entscheidung war seiner würdig. Niemals mehr ,konnte ein solches Ereigniß sich in Königsberg wiederholen. '7Werhalcht.'. gewann, die' Gemeinde auch in geistiger Beziehung einen ' erfreulichen, Aufschwung. Die Männer , , welche in der zweiten Halste des vorigen Jahrhunderts in derselben lebten, nähmen lebhast Antheil an der durch Moses Mendelssohn (den selbst einmal eine Reise nach Königsberg führte) in-her Jüdischen Literatur angeregten Bewegung. Zu ihnen gehörte eine Zeit lang der hier geborene, nachmals in Berlin lebende, berühmte David Friedländer°). Ihre edle Vermittelung knüpfte ein; schönes Band zwischen der israelitischen und übrigen Bevölkerung, die stets erhaben blieb über die kleinlichen Vorürtheile, die in vielen andern Städten das Verhältniß trübten^ 8) Er ist geboren in Königsberg im I.!758 und lebte seit 1788 in׳ Berlin, Jost Geschichte der Israeliten Bd. IX. S. 87. . / 8*