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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 2 · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 2
Article
Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
Date
1859-01-01
Page
Seite 67 (sequence 1)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 67 Wissenschaftliche Aufsätze. Die mystische Literatur in der gaonaifchen Epoche. Von D1\ Grätz. Ursprung, Bedeutung, Inhalt und Umfang der jüdischen Mystik, welche seit dem zwölften Jahrhundert den'Namen Kabbalah angenommen hat, sind noch wenig wissenschaftlich erörtert worden. Viele Ansätze dazu sind in den letzten Decennien gemacht worden, haben aber theils aus Mangel an Quellen und theils aus Mangel an kritischem Sinn zu keinem befriedigenden Resultate geführt. Bald soll die Mystik im Essäismus, bald im Sufismus wurzeln. Nicht einmal das Literarhistorische darüber ist vollständig zusammengestellt. ,Was Zunz in einem ganzen Capitel (Gottesdienst!. Vorträge S. 168 bis 170) darüber ausgestellt, ist so nichtssagend als nur möglich. Unter Andern: sagt er: ״Noch find zwei mit dergleichen Materie (Gehemilehre) beschäftigte Büchlein zu nennen, die, wenn sie überhaupt beide aus der Periode der Geonim stammen, etwa dem zehnten oder eilften Säculum angehören, nämlich das Alsabeth des R. A k i b a und Midrasch Konen." Wie unrichtig dieses Urtheil ist, ergibt sich daraus, daß schon der Karäer Salmon b. Jerucham, der um 920 gegen Saadia polemisirte, das, sogenannte Akibaische Alphabet kennt, und daß es, wie sich erweisen wird, nicht eine nur nebensächliche Bedeutung-hat, sondern die Hauptquelle der Mystik in der gaonäischen Zeit bildet. Ueber das, den mystischen Mittelpunkt bildende nvlp עויעול hat Zunz kein Wort erwähnt. Um die Genesis und die Entwickelung der Mystik zu begreifen, muß die vorhandene Literatur kritisch beleuchtet und das Zeitalter möglichst genau abgegränzt werden. Erst dadurch können die jüngeren von den älteren Schriften unterschieden werden. Andere literaturhistorische Fragen, wie z. B. über das Alter hagadischer Compositionen, mancher Targumim und der poetanischen Literatur, stehen damit in Zusammen- Hang. Die Möglichkeit, an dieses Thema zn gehen, hat Dr. Iellinek angebahnt, indem er seltene Druckwerke und Handschriften mystischen Inhalts in seinem Sammelwerke ״Bet h a - M i d r a sch " (4 Bändchen) zugänglich gemacht hat. Die Gesichtspunkte dagegen, die er in der Einleitung zu den einzelnen Partieen aufstellt, sind gröstentheils verfehlt, weil sie der kritischen Basis ermangeln. Meine Aufgabe in , dieser Arbeit ist -es, das älteste mystische Schristthum

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