Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 464 (sequence 3)
- Language
- German
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Notizen. 464 Ueberschwemmung wurden ihre meisten Bücher und Rollen unleserlich und die Juden von Ring-vo und Ringhia ersetzten sie; 1573—1620 verbrannte die Synagoge mit den Büchern und 1642 verheerte eine Ueberschwemmung die Stad! und sie kauften den Ta-king (die fünf Bücher Moste) von einem Mobammedaner aus Ring-Hia, der fie von einem Juden in Eanton hatte. Dieß Buch sah P. Kögler. Ihrer waren erst 70 Clans, sind aber schon jetzt wie 1704 nur noch sieben Familien, etwa 200 Individuen, in und um Kai-sung-fu. Ihre Fanulien-Namen sind ganz chinesisch: Thuo, Kin, Tsche, Kao. Thema». Li und Ngai. Wenige halten Läden; einige sind Bauern. Die Mehrzahl ist aber so verarmt, ohne Kleidung und Obdach, das; sie das Material der Synagoge verkaufen, uni sich das Leben zu fristen. Ihre Religion hieß erst die indische sTien-tschu). ivcil sic von dort kam. jetzt aber die Seete, welche die Flechsen ausschneidet (Thiaokin-kuro). Sie feiern ׳den Sabbath Sonnabends. Die Knaben werden binnen einem Monat nach ihrer Geburt beschnitten. Den 24. deö 8. Monats ist ein Fest, wo sie um die heilige Schrift herumgehen. Sic waschen sich den Leib, bevor sic die Synagoge (Li-pai-fu), die aus drei Schiffen besteht, betreten, zu welche»! Ende zu jeder Seite des Hciligkhums ein Bad ist. Beim Gottesdienst wenden sie das Gesicht nach Westen, Jerusalem zu. Der Priester oder Synagogen-Vorstand (Tschang-kuro) kragt zu Zeiten eine blaue Kopsbedcekung und blaue Schuhe, daher sie bei den Chinesen ״die Mohammedaner mit blauen Mützen" heißen. Das Volk darf die Synagoge nicht mit den Schulten an den Füßen, die Frauen nicht mit Tüchern um den Kopf, wie sie in Ho-nan getragen werden, betreten. Ein hebräischer Lehrer soll vor 50 Jahren gestorben sein; jetzt kann keiner mehr hebräisch lesen. Außer dem Rabbi sMuanlah, d. i. Mullah) gibt cs einen Flcchscnauszichcr und einen Lehrer. Der Genuß des SchwkincstcischcS ist ihnen verboten. Sie heirathcn nur unter!ich und nehmen immer nur eine Frau. Ihre Synagoge ist erst Ende des 12. Jahrhunderts, also 1000 Jahre nach ihrer Ankunft in China, erbaut. Sie hat jetzt die Inschrift ״der wahre und reine Tempel." .Sie ist von drei Ringmauern umgeben. In der Mitte ist eine große Halle 40 Fuß tief und 40 Fuß breit, mit grünen Ziegeln bedeckt. Auf dem ״Moses Sitze" hier, der etwa ein Fuß über den hölzernen Fußboden erhaben ist, sitzt an großen Festtagen der Rabbi unter einem großen rothcn Atlasschirme, den man über ' ihn hält und zu dem Ende im Hause ausbewahrt. In einem besondern Geinache sind die '2 Rollens die des Himmels Urkunden