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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 12 · p. Seite 447

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 12
Article
Einiges über die Farbenlehre des Talmud
Date
1858-01-01
Page
Seite 447 (sequence 1)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussätze. 447 Wissenschaftliche Aufsätze. Einiges über die Farbenlehre des Talmud. Bo» I)r. Le >v vso h 11 in Wonne h Bei dem Mangel an eigenen Benennungen der so sehr nüancirten Farbcnarten, indem Beispielshalber in der deutschen Sprache nur Gelb, Roth, Blau, Weiß, S ch w a r z. Grün, Grau, Braun, Bunt eigene, hingegen Orange. Rosa und Violett schon Naturgcgcnständcn entlehnte Namen sind, müsse» die modernen Sprachen sowohl, wie auch der Semitismns der Nothwendigkeit sich unterziehen, aus allen Reichen der Natur solche Gegenstände hervorzuhcbcn, deren natürliche Tinetur geeignet ist, die nüaneirte Farben« art zu bezeichnen. Zeigen wir dieses in der deutschen Sprache an einigen Beispielen. Aus dem Thierrciche sind die Farbenarten: Fuchsroth., Rabenschwarz, gebildet, aus dem Mctallreich: Silberweiß, Goldgelb, aus dem (srdrciw: Kreideweiß, Pechschwarz, aus dem Pflanzenreich: Veilchenblau, Kirschroth; ja selbst Menschen (Isabcllgelb, Molirschwarz), Himmel (Himmelblau) und Meer (Meergrün) nmfitcit jenem Zwecke dienstbar werden. — Im Semitismus ist dasselbe der Fall, nur ist hier die Wortbildung von den betreffenden Sprachgcsctzen bedingt. Der Naturgegenstand tritt nicht vor, sondern hinter den Farbenamen, entweder durch die Form des 8t. aonntr., wie'עין חחש^יי ((szech. l,'4), nbNIN עין (Num. 11, 7) u. f. w., oder durch die Form des 2 — comp!»-., wie שחרר כחדת (Nidda 20, a), ירוק ככרתי (Lueca 34, b) u. s. w. Auch darin gleichen sich beide Spraehkreisc, daß sic einen Naturgegenstand ohne allen und jeden Zusatz, oder höchstens mit einer Laut- oder Sylbenvcrändcrung zur Bezeichnung der Farbenart wählen, so Orange von der Frucht gleichen Namens, Rosa von Rose, Violett von Viole, ebenso im Semitismns: זד!וב ((schulin 22, b) von כושי ,זדב (Sueea 34, b) u. s, w. — Auch in der entgegengesetzten Anwendung der Farbenbcnennungen zur Bezeichnung von Naturgegenständen gleichen sich beide Sprachkreise, z. B. Rothkelchen, 1) Da dem Schreiber dieses der jeruf. Talmud leider nicht zu Gebote steht, so kann obige Arbeit am allerwenigsten aus Vollständigkeit Anspruch machen.

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