Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zum Tractat Abot
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 427 (sequence 9)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 427 Unterbrechung die spätere Schule des R. Akib angeführt, R. Nechemja hier (Mischna 14) nach sei »ein lichtvolle» Epithel benannt. Und so sind in diesen beiden Peraki»! die Tenarmgeschlcchter bis auf das Zeitalter Nab bi's vertreten. — Abot bietet also eine historische Genealogie der Synhcdrialpräsidenten und der Tenaiin, und es ist zu h isto ri schtu, nichtzueth ischen Zwecken, angelegt. Die allgemeine Ansicht will zwar in Abot nur eine Sammlung vorzüglicher Sittensprüche wahrnchmcn! diese Ansicht läßt aber vor Allem die Frage uugelösct, wie Abot eine Stelle in der Ordnung der Ncsikin gefunden. Wie ungenügend die Molivirung des Rambam (Einleitung zu Scra'iüi) sei, erkennt jeder Leser. — Und fast noch mehr befremdend ist, daß Tractat Abot überhaupt Aufnahme in den Mischnacomplex gefunden. Die Mischna ist ausschließlich der Halacha gewidmet, nur gelegentlich •— und auch dann nur selten — führt sie manchen hagadischcn Spruch an, und Abot ein durchgchends (etwa ein Spruch 1, 16 ausgenommen) nichthalächischcr Tractat! Abot führt auch mit Ausnahme des R. Me!r und R. Simon den jcmaligen Autor nur einmal nüt einem oder mehreren iir sich zusammenhängenden Sprüchen an: wäre Abot ursprünglich als eine Sammlung ethischer Sentenzen angelegt worden, welche große Zahl der trefflichsten Sprüche wäre noch aufzusühren und welche Autoren wären noch zu benennen gewesen! — Doch auch gegen die historische Auffassung scheinen sich Schwierigkeiten zu erheben: Abot führt Autoren der späteren unter den Autoren früherer Geschlechter an. hierin liegt aber ein offenbarer Widerspruch gegen das historische System! Um diesen Widerspruch zu heben wollen wir etwas näher auf die Bestandtheilc dieses Tractats und dessen Schlußredaction eingchen. Abot bestehet aus fünf Pcrakim; der mit ihnen in inanchen Ausgaben verbundene sechste Perck kündigt sich schon durch seinen Eingang שהו הכנלים בלשון als Bcraita an und wurde erst in späterer Zeit angcsügt, auch findet er sich nicht in den Mischnajotausgaben. Aber auch die mischnischcn Perakim haben von Perck 2 an die Schlußredaction von späterer Hand als der Nabbi's erhalten sowie Abot überhaupt zu den ain spatesten redigirten Mesechtot gehört. Wir gehen an den fünften Perek. Dieser Perck unterscheidet sich der Form wie dem Inhalte nach wesentlich von den früheren Pcrakim und zeigt offenbar auf einen von Nabbi verschiedenen Redactcur hin. Die früheren Perakim geben bei jedem Spruche den Namen des Autors an, von dem er ausging, oder beziehen