Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 11 · p. Seite 399

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 11
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1858-01-01
Page
Seite 399 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829220-2829232-2856103--04477-2856119
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg. 399 jährlich : ans dem Königsbergcr Iudengebiet 3700 Gulden, aus dem Oirenz-Iudengebiet IS00 fl., von Pincus Isaakotvitz für seinen-Krug ISO fl., Memelsches Juden - Sebntzgeld 9!>0 fl., in Summa ttöSO (dulden. Außerdem gingen im I. 1713 an Paßgeldern ein: 129!» Gulden 0. Das; die Israeliten Königsbergs es thcilweise vermöge», an den tiefer und näher dein Flusse bclcgene» Gegenden der Stadt sich zu besehen und es versuchten, dort auch besonder» Gcrtcsdiensl zu ballen, ergibt sich sowohl aus wiederholten Bestimmungen, daß die Inden nur ins der Schloßfreiheit wohnen, rcspcckivc dahin znrückziehen soll»;, wie auch ans einen; Königl. Ncscript vom Iten November 1713, die Ordnung in der Synagoge betreffend, worin auch besonlers gefordert wird, daß au keinem andern Orte, als in der S. nagogc tauf der Schloßfreiheit) Gottesdienst gehalten werden soll:׳). Eigentlich an der Spitze der neuen Negierungs-Maßregeln stehet ein an den General-Feldmarschall Grafen zu D>hna in Königsberg gerichtetes Neseript ans dem genannten Jahre, in welchem es heißt, es scy mißfällig vernommen, daß d e Zahl der Inden in den Städten Königsberg und ans dem Lande gar sehr znnchme, da doch nach den Bersassnngeu des Landes gar kein Jude dort geduldclt werden sollte, Gs sollen also darüber Grkundigungen eingezogen und darüber berichtet, auch Borschläge gethan werden, wie es wegen des Indenwcsens dort zu des Laudes Besten; am heilsamste»; einznrichtcn. Die Antwort des Grafeu, ein bedeutsames und unparteiisches. Zeugniß aus jener Zeit, lautet folgendermaßen: Die Inden sollen eigentlich weder in Königsberg noch sonst im ganzen Lande nach den Landesverfassungen zu wohnen geduldet werden, sondern bloß denen-Juden ans Polen, welche als Factoren der Polnische» Magnaten hcrnberkommen, ist frei gelassen, gegen Bezahlung des Geleits — welches in die Königlichcn Nentkammer fließt — zu Beförderung der Polnischen Negotien, acht bis vierzehn Tage hier zu bleiben. Da aber in den vorigen Zeiten bereits die Inden sothane Geleitszeit öfters auf einige Wochen und länger ertendirt haben; also ist dagegen allezeit ans den Landtagen von den Städten Königsberg gravaminirt worden ad instantiam der Kaufleute und Krämer, in dein 1) Acta des geh. Archivs. 2) Acta d. geh. A. 29

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.