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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 10 · p. Seite 374

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 10
Article
Briefe aus Ungarn
Date
1858-01-01
Page
Seite 374 (sequence 3)
Language
German
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374 Briese aus Ungarn. bieten auf jeden, anderen Gebiete inebr Hülfsmirtel als auf dem pädagogisehen. Es wäre dal,er. wünsehenswerlh, daß die Gemeinde» durch eine bessere Dolirung der Stellen auswärtige, besonders aus preußijche» ׳Anstalten gebildete Lebrer für sich gewinnen konnten, um den beilsamen Einfluß deutscher Eullur schon der zarten Jugend zukommen zu lassen. Zu all den erwäbnlen Uebclu kommt endlich die unbestimmte oft ganz unzweckmäßige Leitung der jüdische» Schüler in Ungarn. Unter der Oberaufsicht der Staaisregierung und der Eonlrole einer vielköpfigen Schulbebörde leiten die verschiedenartigsten Männer das Schulwesen. Bald stellt ein Mann aus der Mitte des Lehrerpersonals der Rustalt vor und bald wird ein gebildetes, an dem eigentlichen Unterrichte keinen Aull,eil ncbmendes Gemeindcmitglicd mit diesem Ebrenanue bekleidet, und an einem dritten Orte endlich vereinigt der Rabbiner die Remter eines Religionslehrers und Schuldircctors. Tiefer letztere stall, der in alle» Gemeinden un Interesse der vernachlässigten Religionswissenschaften bcrbcigewunschl werden dürfte, ist aus gewissen Gründen leider nicht überall durchführbar und die oberste Schulbebörde lun fiel, an manchen Orten veranlaßt gesehen, den Rabbiner entweder einem tüchtigen welll i cl> e n D i r e k t o r z ü u 11 t e r o r d n e n oder ihm geradezu jeden Einfluß aus die Seliulc zu benehmen. Ich will die Namen der betreffenden Gemeinden und Rabbiner hier nicht nennen-, was aber unter solchen Berhältnissen zu Tage kommt, liegt auf der Hand. Der Rabbiner, der seine .)träftc der Sehule niehl zuwenden kann und darf und der au ei) nolhwendig durch die 'Ausschließung vom Dircetorate in der Achtung der Gemeinde sinken muß, sucht entweder die Schule als ganz überflüssig darzustellen oder wenigstens die Lebrer bei der Gemeinde anzuschwärzen und ihre Leistungen zu verkleinern. Die weiteren Eonseguenzen dieser Vorgänge mag sich der Lebrer selbst zusammenstellcn; sic geboren, gelinde gejagt, zu den bctrübendften und unheilvollsten Ericheinungen unjeres Gemeiiidelebens. Tees Nesumä des Ganzen ist. das! in Ungarn sowohl von der Negierung als auch von den Gemeinden für die Schule sehr viel geleistet wird, daß aber alle bisherigen Anstrengungen di« Schulfrage noch keiner entscheidenden, befriedigenden Lösung entgegenführten. Von iUlcu Seilen lassen sich rathende und warnende Stimmen vernehmen, neue Pläne und Entwürfe springen ganz fertig aus dem Haupte geharnischter Projectenmacher hervor, aber noch immer ist

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