Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Worms
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 3)
- Language
- German
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36S Zur Geschichte der Jude» in WormS. Herrn Stedm. Seidcnbrcnner!690 bey Wiedcrerbannng der stade Worms" befindet sich in dem schon früher') erwähnten, dem diesigen Gymnasialarchiv angehörenden Mannseripte. In diesem Grtraet durften natürlich die Juden nicht vergessen werde», und wir erhalten Gelcgenbcit ein Pröbchen der durch Feuerglnten geläuterte» Humanität des!7. Jahrh. kennen zu lernen. Beim Lesen folgender Zeilen wird man unwillkürlich an das deutsche Dichtcrworl erinnert: Und selisam, das; der Mengt, die Ruh' zu liebe» scheinet. Und dennoch immerdar zwei Kriege braucht und macht: Den einen, über den man lacht. Den andern, über den nur» weinet, (?׳in Krieg gegen die wehrlosen Inden sollte permanent bleiben, und die Kleinlichkeit spießbnrgerlicher Größe der damaligen Gesetzgebung einer deiltschen Reichsstadt ist in der Thal geeignet, bald unser Lachen, bald das Weinen $11 erregen. Wir lassen nun den frommen Autor selbst sprechen: ״Die Judcuschaft ist der zweite schwere Stein, so zu heben ist, solches bat eiugeseben jener vor sein undankbares Vaterland besorgte Freund (nämlich der werteinbergische Nath Hr. von Rühle), welcher gleich nach dem Brand das (sonsilinm gegeben, nomine Sonsilus pozmli'jue Wornnilicnsis von Kais. Maj. die Entfernung der Iitden zur Honsulatio» des devastirtcn Stadt- Wesens zn erbitten, so man aber TbeilS nicht vorgenommen, Lbeils auch von denen Inden, nämlich unter andern dem Nbrabam zur Kanne ') durch seinen Bruder Samuel, den Kavs. Dber- Faetvr, unterdrückt׳ worden ist. Vielleicht ist es heb Veränderung derer Umstände eher möglich zu renssiren, wiewohl ich an dem güten llirfolg nrsaebe habe zn zweifle». Sowohl wegen contradietorische Gcdentungsart bey der Stadt Z, sodann wegen deren Hinternisse durch den Bischof, und endlich, weil ich mich pcrsnadire. daß die Judenschaft durch obigen Hauptfactor insgeheim ihre besten Privilegien werden haben eonfirmiren lassen, womit sie nicht eher als im Nothfall loßbrcchcn, so wird nicht geringer der Dahlbergischen Familie an ihnen gelegen sein, wie die Jahre 1300 und 1613 auSweisen"). N) Bergl. 2. Heft S. -I) Der Name, den das .Paus des A. führte. d) Die Lälcr der Liadr überlrafen daher die Letzter» an Frömmigkeit. «>) Bergt, oben S. •17, Amnerk. I. 26*,