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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 8 · p. Seite 312

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 8
Article
Ein exegetischer Versuch über Sprüche Sal. Kap.30 und Kap. 31, V.1-9
Date
1858-01-01
Page
Seite 312 (sequence 12)
Language
German
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312 Wissenschaftliche Aufsätze. genaue Kenntniß des weilen Himmels unk der zahllosen in seinen unendlichen Ciautueu kreisenden Gestirne mußte den geistig regsamen Israeliten Staunen und Bewunderung erwecken. Wenn aber vierzig Jahre nach Pckach der ,udäische König Menasche sogar es wagen durfte, ״in den Heiden Höfen des heiligen Tempels zu Jerusalem dem ganzen Heere des HinunclS Altäre zu errichten" (2. Kön. 21, 5), wenn der mit Pekach gleichzeitige judäische König Achas in seinem Palaste bereits eine (vernuikhlich von den Assnrcrn überkommene) Sonnenuhr einrichtcn ließ (2. König, 20. 1l), können wir uns wundern, daß die noch weit mehr zum Götzendienste und zur Ausländerei geneigten Bürger des Reiches Israel damals schon ״voll waren von morgenländischer Sitte'(" (Icsaias 2, 6). Eine natürlichc Folge war es dann, daß die ״geistig Fortgeschrittenen, die in ibren Augen so weise und verständig waren" (Ics. 5, 21), nicht mehr gleich ״eben der Muttermilch entwöhnten Kindern Beschränkung auf Beschränkung. Gebot auf Gebot, hier ein Wenig und dcrt ein Wenig", wie sie die alte GottcSlchre den ihrer überdrüssig Gewordenen zu enthalten schien, sich wollten gefallen lassen (Jes. 28, d. 10). Tenn RichlS war und ist wohl so sehr geeignet, das selbst prüfende Auge zu blenden und den WeiShcitsdünkel zu mehren, als eine mühelos ausgenominene oder doch eingebildete Kenntniß des prächtigen, ins Endlose auSgcspannlcn, stcrnbcsäeten Himmelszeltes, besonders nach der phatasrischen abcnthcucrlicheu Auffassung des AlterthumS; keine Religion war zugleich mehr geeignet, durch sichtbare Erhabenhcit der heiligen Lehre des unsichtbaren einigen GotteS Eintrag zu lbun, als der Glaub« an di« Göttlichkeit der am Himmel glanzvoll dahinzichenden Lichtkörper. Wie dann die in Wahrheit damals erst ״der Muttermilch dcS Glaubens entwöhnten" Söhne und Töchter Israels sich gegen jede Autorität der Eltern aufzulchuen begannen, wir sich in Folge dessen Treue und Glauben verlor, wie immer häufiger ungerechte Ansprüche von Seilen der Großen und Mächtigen erhoben wurden, u»l ״das Fleisch des niederen Volkes zu verzehren und ihnen die Haut abzuzichen" (Micha 3, 3), wie ihnen Angeberei und Meineid von Seiten der Armen und bestechliche Ungercchtigkeit der Richter hierin wie in ihrem Bestreben, mißliebige Gottesdiener unschädlich zu machen, besoitders die unbequem mahnenden Propheten Gottes zum Schweigen zu bringen, mit hündischer Bereitwilligkeit entgegen kam, das erfahren wir aus vielen Strafreden gleichzeitiger Propheten, so Micha 7, 2 — 6: Geschwunden ist der Fromme von der Erd«, ein Redlicher ist nicht unter den Menschen,

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