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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 8 · p. Seite 310

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 8
Article
Ein exegetischer Versuch über Sprüche Sal. Kap.30 und Kap. 31, V.1-9
Date
1858-01-01
Page
Seite 310 (sequence 10)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussatz«. 3-10 der Zeit zunächst den hochmüthigcn Weisheitsdünkel gerügt, der u» Vertrauen auf menschliche Erkenntnis; die Lehren und Gesetze der überlieferten Religion verächtlich bei Seite setzt. Damit im Zusammenhange ist dann der Versal! des elterlichen Ansehens, auf welchem allein der Segen einer sittlichen Erziehung beruht. Aus beiden endlieh ist eine allgemeinc Sittenverderbniß hervorgcgangen, welche so m öffentlichen Verhältnissen wie im Privatleben der Einzelnen sich vielfach kundgibl und namentlich die höchsten und die niedrigsten Vvlksklassen ergriffe» bat. Derartige Erscheinungen sind in der Eulturgeschichte der Menscheu periodisch wicderkehrend. Wein; ei» Volk in kurzem Zeiträume, namentlich von außen her, eine größere Summe neuer Erkcnnlniß gewinnt, die ihm überraschende Einblicke in das Leben der Natur und ihr geheimes Walten oder sonst in das Getriebe der Welt erschließt, dann ist es ineiftentheils zunächst von derselben wie berauscht und bedarf erst einer längeren Zeit, um die neue Weltanschauung mit der früheren auszugleichen und auszusöhnen. Bis dahin pflegt ein großer Theil des Volkes mit alten Irrthümcrn auch die alten Wahrheilen zu verwerfen, alles von den Vätern Ererbte ist ihm baares Vorurthcil, und anstatt die Spreu vom Weizen zu sondern, wird in einem Gemisch von Unmuth über vermeintlich oder wirklich lang gehegte Irrthümer und von eitlem Vertrauen aus den ihrer ledig gewordenen Geist der Neuzeit alles Herkömmliche ohne nähere Prüfung mit einer gewissen Gereiztheit beseitigt oder dem Sturme!eglicher Willkür prcisgegeben. Alle Autoritätsschranken, deren Ehr- Würdigkeit (für das oberflächliche Gefühl wenigstens) zunächst auf ihrem Alter beruht, werden kühn durchbrochen, und viele niedrige Leidenschaften, ehemals durch dieselben begrenzt, sindcn nunmehr durch die entstandenen Risse einen unbeschränkten Zutritt in das Heiligthum der Gesellschaft, in welchem sie eine Zeit lang mit thierischer Wuth zerstörend Hausen, bis der Genius der Menschheit oder des einzelnen Volkes sich über sich selbst besinnend und in den neuen Verhältnissen und Zcitanschauungen sich zurcchtsindenL, in diesen allmälig die erforderlichen Anknüpfungspunkte mit der Vergangenheit entdeckt und jene natürlichen und nothwendigen Schranken wiederherstellt. So wird in solchen Uebcrgangsperioden zunächst die Hauptstütze des FamilienlebenS. die Autorität der Eltern erschüttert; und weil Alles, was die Väter geglaubt und für heilig gehalten haben, den frühreifen, durch Erziehung nicht gebändigten und darum unbändigen Söhnen ohne Weiteres als Thorheit erscheint, kündigen diese bald

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