Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Ein exegetischer Versuch über Sprüche Sal. Kap.30 und Kap. 31, V.1-9
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 2)
- Language
- German
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302 Wissenschaftliche Aufsätze. (Erscheinung irre geleitet, sind alle alten und neuen Interpreten in ihren Erklärungsversuchen unglücklich gewesen und das Verständniß des dunklen -Abschnittes konnte durch sie nur wenig gefördert werden, weil ohne Beziehung auf einen cigentbümliehen historischen Hintergrund die einzelnen Satzglieder sich oft nur gewaltsam zu verstand-, lichen Sätzen vereinigen lassen und diese auch dann noch viel zu unbedeutend erscheinen, um einen so kunstvollen Aufwand von Wörtern zu verdienen. — Die Annabme einer derartigen historischen Beziehung unseres Kapitels hat meines Wissens zuerst Geiger in seinem neuesten Werke ,.Urschrift und Uebersetzungen der Bibel re." pag. 61 — 60 veröffentlicht. Derselbe ist aber, wie ich glaube, in der Erklärung dieser wie vieler anderen Bibelstellen einer vorgefaßten Meinung zu Liebe mit so fehraufeniofer Willkür zu Werke gegangen, daß eine Widerlegung derselben nicht schwer ist. Seine ganze Hyvothese beruht eigentlich ans dein Worte v. 31, dessen Aehnlichkeit mit dem Namen des verrätherischen Hohenpriesters AlkimoS die einzige aber durchaus ungerechtfertigte Veranlassung wurde, unser Kapitel in die Anfänge der Makkabäerzcit hinabzudrücken. Db diese Zeit schwerster Heimsuchung, in welcher man sich überdies vorzugsweise mit der verstandesmäßigen Erläuterung und 5veft.ftdlu1tg des Gesetzes befaßte. noch einer so ursprünglichen, fdteu Nachabmung verrathenden Production fähig oder auch zu derselben geneigt gewesen, muß zunächst mehr als zweifelhaft erscheinen. Daß aber die Sprache damals bereits Vieles voll der Reinheit und Biegsamkeit, die Satzfügung nanrentlich Vieles von der natürlichen Schönheit eingebüßt hatte, welche uns hier noch entgegentritt, de-- weisen auch dieielligen keil. Bücher, welche wahrscheinlich selbst einer früheren Zeit angehören, man müßte delln an der län^fl(?) als unhaltbar aufgegebenen Hypothese von ,,makkabäischell Psalmeil" festhalten. Den ganz ungewöhnlichen Königsritd würde ferner lvohl Niemand in jener Zeit offenkundigster Abhängigkeit weder ernsthaft noch ironisch einem Hohenpriester beigelegt haben (es. Geiger an der ängef. Sr.)'. Wer möchte ferner behaupten, daß dieser AlkinoS, gerade nach Geiger'S Auffassung ein Sohn des berühmten Gesetzeslchrers Zose den Joeser, vor seiner Erhöhung ein ״Knecht und Hungerleider" gewesen sei. wie doch aus v. 22. so deutlich erfichtlich? Wie ganz ohne Beziehung bleibt doch neben vielen Anderen die ,.Magd, die ihre Herrin beerbt"!§v. 23)! oder hat vielleicht AlkimoS Gattin ebenfalls fctfn Titel einer Königin angenommen? Doch vor׳ läufig genug über eine Jnterpretationsweise, deren Willkür und Halt-