Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Die von Dr. R. Petermann ...]
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
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278 Notizen. dcr Fall eintreten, daß man in Jerusalem oder Jäfa auf bessern Weg Tage lang warten muß, und man mag sich wohl die peinliche Lage dort oben vorstclien, wenn man in dcr Küstcustadt gerade auf Dampfschiff warten sollte. Wir kennen zwei Hauptstraßen zwischen Jerusalem und Jäfa die über Abu Ghösch und Ramleh und die im Wadi Soleimän über Libd. Die crstere ist in der Gebirgsgegend durch zwei Qucrthäler eingcschniltcn, durch das eine von Bot-Hanina und durch das andere von Böt Naküba. Dieser Umstand hat zur noch, wendigen Folge, daß cs doppelt Steigungen und Gegcnsteigunge», und zwar von bedeutendem Belange gicbt. Die Pilgrime, man möchte behaupten, alle ohne Ausnahme, ziehen diese Straße vor. 'Sic bietet allerdings den Bortheil der Kürze. Die andere oder nördliche Straße zieht nördlich von Ed-Tschib vorbei, dann in Wädi Soleiinän weiter, ohne eine Gcgensteiguug, ziemlich gleichmäßig fallend, nach Libd und gegen Jäsür. Nach eigner Anschauung könnte ich die nördliche, wahrscheinlich bcachtcnswcrthc, Abzweigung über Bethoron nicht beurlbeilen. Stark beladene Kamele treibt man noch am liebsten durch den Wädi Soleimän. Der Ausgangspunkt ist bei diesen Straßen Jäsa, allein es könnte, wie auch in älteren Zeiten, andere Ausgangspunkte geben, als: in Eäsarea, Jamnina (dieß am bequemsten für die Benutzung des Wädi Rubin), Askalon. Der Menschcnstrom hat sich jedoch, zwischen den verschütteten und versandeten Häfen, seit vielen Jahrhunderten so beharrlich auf Jafa gewälzt, daß man vorläusig da sichen bleiben muß, ohne in Abrede stellen zu wollen, daß eigentlich nichts Ganzes denkbar, keine rationelle Durchführung möglich ist, bi« die Hafenfrage nach sorgfältiger Unter« suchung und Prüfung entschieden sein wird. Bei allen Bcmühungen, die Jerusalem den Europäern für das Gedeihen der Stadt verdankt, kann man sich (und doch sollte man sich) bei der praktischen Zerfahrenheit kaum wundern, daß »och keine gewöhnliche Fahrstraße alles Ernstes angcstrcbt und in Angriff genommen worden; das Projeet über eine Eisenbahn wird aus dem Grunde nicht besprochen, weil cs zur Zeit mehr abenteuerlich erscheint. So lange keine Straße kunstgerecht gebaut, so lange sind an die Erreichung der. heil. Stadt von dcr Küste aus unleugbare Mühseligkeiten gekettet, so lange bleibt der Franke vom Fellachen, welcher die Preise theilweise diktirt, abhängig. Ja, dann erst, wenn eine gute Straße, am zweck« mäßigsten wahrscheinlich über das mit Unrecht in Schatten gestellte Libd durch den Wädi Soleimän. hergestellt wäre, würde Jerusalem, seiner Weltstellung gemäß, neu aufblühen durch einen außerordentlich