Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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232 Recenfivnen und Anzeigen. feine Forschungen nicht über daganze Gebiet des SemitiSmuS aus. sondern bcscheidet sich mit einem einzigen Dialekte und zwar nicht etwa mit der ältesten und reinsten Form des SemitiSmuS, in welcher die Bedeutungen scharf ausgeprägt und, mit dem Hebräischen (wie dies Ernst Meier mit richtigem Takte getban hat), sondern gerade mit dem jüngsten Zweige des alten Sprachstammes, der vieldeutigen arabischen Sprache, in welcher die ursprüngliche Bedeutungder Wurzeln durch eine Fülle von Nebenbedeutungen getrübt und ver» wischt sind. Diesem Mißgriff, der sich auf jeder Seite des Buche» bemerkbar macht und den Resultaten von vornherein den Charakter des Schwankenden und Unsicher» verleiht, gesellt sich noch ein anderer nicht minder bedeutender bei, gegen den.sich der Vers, selbst im Voraus zu verwahren strebt (p. X). Er sucht nämlich eine Menge ungebräuchlicher, bei den Schriftstellern oft gar nicht vorkommender Vokabeln zusammen, greift aus den zahlreichen im Freytag angeführten Bedeutungen irgend eine beliebige heraus und operirt dann mit denselben, um die Richtigkeit seiner Theorie darzuthun. Statt also zu den allerursprünglichsten Begriffen aufzusteigen, die mit ihren lautlichen Bezeichnungen gewiß im engsten Zusammenhänge stehen, bleibt der Vers, bei den Ausdrücken für zusammengesetzte Begriffe stehen, in denen vermöge ihres späteren Ursprunges die eigentliche Bedeutung abgcblaßt oder ganz verwischt ist. Freilich war das, was wir hier rügen mußten, dein Vers, bei seinen Demonstrationen sehr bequem, indem er in Begriffe, wie superbum et insolentem se gessit »clversus alios, eosque injuria et noxa affecit, oder argutam vocem edidit camela prae amore in pullum, wie in ein weites Gefäß, alles hincintragen konnte, was in seinem Belieben lag. Wenden wir. uns nun zu dem eigentlichen Inhalte des Buches und hören die Ansichten des Abbd Lcgucst über die Bildung der semitischen Stämme: Jede der dreibuchstabigen semitischen Wurzeln ist aus der Agglutination zweier anderen Wurzeln hervorgegangen, die, um sich recht innig verschmelzen zu können, gewisse Bestandtheilr abgcworsen haben. Nach dem Verfasser waren dies« in den vier schwachen Buchstaben אהוי zu suchen, die wegen ihrer Flüchtigkeit neben den anderen stärkeren Buchstaben in dem Agglutinationspro׳ zesse leicht verloren gehen. Welche Stellung die Buchstaben ■אתרי in den zwei verbundenen Wörtern hatten, ob sie sich am Anfänge oder in der Mitte befanden. ob blos eine» oder auch mehrere derselben