Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen, 22S werden Billigdenkende Ziel und Absicht und wie wenig wissenschnftlicheS Streben hier mitwirke, erkennen. Wir wenden uns nun zu den andere» vom Verf. in diescin Hefte besprochenen Partieen. ״Das Zeitalter der Inschrift," Der Verf. weicht von seinen Vorgängern Hitzig, Dur de LuyncS, Ewald ab. und trägt seine Meinung vor ״in der Ueberzcugung, genügendere Merkmale als die bisher bcigebrachten gefunden zu haben, die mit Entschiedenheit für ein bestimmtes Zeitalter sprechen. Die Zeit der Abfassung fällt etwa in das Jahr 335." Wir hätten gern den apo׳ diktischen Ton vermißt, in dem der Verf. spricht, da er ihm den Vorwurf der Anniaßung zuziehcn könnte. Der Verf, verfällt in den oben gerügten Fehler, Combination mit Gewißheit zu verwechseln, und führt auf schwacher Grundlage ein noch schwächeres Gebäude auf. Weil die Inschrift nach der Auffassung des Verf, besagt: ״und noch verleihe uns der Herr der Könige Dora und Joppe", Dora und Joppe also nicht mehr im Besitze der sidonischen Herrscher gewesen, Skylar aber in seinem um das Iabr 336 abgefaßten Periplus Dora eine Stadt der Sidonicr nennt, so weiset die Inschrift auf eine spätere Zeit, Der Verf, ist aber so tief von der Unfehlbarkeit seiner Auffassung des '121 1ע1ד יהן לי1 אדני מלכים אית דאר 1יפי (vgl. oben S. 161) überzeugt, daß sie ihm sogar ein sicheres Kriterium über eine bestimmte Zeit abzugeben vermag! Und noch mehr setzt in Erstaunen, was der Verf. als ferneren Beweis binzufügt: ״Wer ist aber der Herr der Könige, der sie wieder (von dem ״wieder" besagt die Inschrist nichts) verleihen soll? Kein,anderer als der persische Großkönig." Aber warum nicht, wie jeder Unbefangene verstehet und wie eS auch der vom Verf. angeführte Dietrich ausgefaßt, der Baal, und wie Movers (vom Vers, im 2. Hefte S, 12 citirt) sich ausdrückt, der göttliche Landeskönig El KronoS? ״Das wäre etwas bestemdcnd im Munde eines heidnischen Fürsten", meint der Verf. Wo aber das Bcstemdende zu finden sei, ist schwer zu ersehen: es heißt nicht Gott der Götter, sondern Herr der Könige, d. i. der irdischen, ein« Redensart, die im Munde des Eschn'iunasar. der vom Baal Manches erbitten will, als ein ziemendes Zeichen des Bewußtseinseiner Abhängigkeit, erscheint. Wir gelangen nun zu der letzten Abtheilung: ״ Betrachtung der Schrift und Sprache der Inschrift", die Ersatz für manche vcrunglückte Combination bietet. Der Vers, sucht ein Prinzip der phön. Schriftbildung auf und verwirft die bisherige Annahme, dar phön. Alphabet sei au» Bildern hervorgegängen. Da» Princip, wornach