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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 6 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1858-01-01
Page
Seite 216 (sequence 14)
Language
German
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216 Zur Geschickte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg. Gegen die Motive der abwehrenden Maßregeln dieses EdietS, dessen ausführlichen Inhalt wir auSzüglich und nur in seinen bemerkcnswerthesten Punkten mitgetheill, läßt sich Nichts einwenden. Im Allgemeinen spricht sich in demselben ein milder, über die gehässigen iU'mtbciW der Zeit erhabener Geist aus und es ist, wie im Brühern mitgetheilte Anssckreibcn und Maß. nahmen desselben Königs, geeignet/ eine Bemerkung;» bestätigen, die wir an ander»! Orte auS;usprecken uns erlaubten,^ nämlich, daß den vielgeprüften Nachkomme» des alten Volkes, meist nach andern Gesetzen behandelt, als den göttlichen, die in seinen heiligen Schriften;»erst Ausdruck gewonnen und die ja auch das Ehristeiithnm adoptirt bat, sich auch eine erbebende (Erinnerung als Zeugniß der Jahrtausende darbiete, indem die bedeutendsten und edelgesinntesten Fürsten aller Zeiten sich stets auch gegen Israel gereckt und gütig erwiesen. — Betrachten wir das Bild der Zeit, wie es in diesem Edict aus dem letzten RegierungSjahre des ersten Königes sick uns vor Angen stellt, näher, so galt die Ansäßigkeit der Juden als normal, eben so deren Verbiudung als Geincinde unter eigenen Aeltesten. Der Berufung eines Rabbincn und Lehrers vom Auslände stand darin kein Hindernis; entgegen, die Armen, auch ohne Gelcitschein schon seit tangerer Zeit im Lande, wurden geschützt, die Wohlthätigkeit, auch wenn sic sich bis außerhalb Landes erstreckte, war ungehemmt, ja, eine Verbindung der verschiedenen Gemeinden;u diesem Zwecke sogar an die Hand gegeben. Endlich sollten, so weit die Interessen der einzelne» Orte eS gestatteten, die erdenklicke Aufnahme bisher unvergleitcter Juden erfolgen. Wir werden uns überzeugen, daß spater sich minder liberale Grundsätze geltend machten, bis Friedrich der Große dem Schge des Vorurtheilö ein Ziel setzte. Zu Ende des Jahres 1712 lebten in Königsberg 36 Jsrae- Uten (nebst Familien), wovon 3 eigentliche Schutzjudeu waren. Mit denselben vereinigten sich auch die anwesenden Fremden denn Gottesdienste. Bei Manchen der damaligen Israeliten kann es nun wohl kaum befremden, daß sie, lange von einem Orte zum andern getrieben, in Noth, Kummer und Unstätigkeit, diejenige Gesittung eingebüßt hatten, welche einruhiges und städtisches 7) 2» der Tcbicatiou meine« ©. Maj. dem Könige zugeeigneten Archäoivgie d. Hebräer.

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