Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 2)
- Language
- German
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204 Zur Geschichte dcr Synagogen-Geulemde in Königsberg. in die Hand eines braven Mannes, des damaligen Advocaten Fisci, dessen Ointacbteu der König einforderte und dcr die elenden Verschlage des Lcwkowitz in ihr Nichts zurückwies. Letzterer trieb noch längere Zeit hindurch sein Wesen in Königsberg, er suchte später den an der Spitze der Celonie stehenden Be»dir Jereiniaö zu verdrängen und gab an, er lebe schon 24 Jahre (seit 1690) als Arrendator am Orte. Die Kauslente aber tralen gegen ihn aus und wiesen nach, daß er sie in Summa um 70,000 Mulden betrogen habe, und in einem Erlaß des Königs Friedrich Wilhelm!, vom!7. September 1717 wird befohlen, daß der Lewkowitz eben so wenig wie andere nnverkleidcte Inden in Königsberg geduldet werden solle, indem seine Vorschiäge nur den Zweck hätten, seinen Aufenthalt daselbst zu verlängcrn. DaS erwähnte, sehr ausführliche Gutachten des Adv. Fiöei 0 bietet uns in mehrfacher Beziehung ein bedeutendes Interesse dar, theilS durch eine Reihe von uns benntzter Beilagen, welche Licht ans frühere Verhältnisse werfen, theils durch Aiidenlnnge», welche die damaligen Israeliten selbst, ihre Nützlichkeit und die in Hinsicht ihrer Platz greifende Denkweise charakterisiren. Im Allgemeinen, bemerkt der Adv. Fisei, duldeten zwar die Staats- Verfassungen keine Juden, doch bliebe <S dem Staatsoberhaupt« überlassen, auSnahnrSweise Jude» auf gemessene Fristen zuzulassagt: ,.Die hfiHofe Ralle der Arrianer, inseuderheit aber des Jüdischen BolckS, nimmt in denen Städten. Und im ganzen Königreich tag täglich zu. treibet Iabr auß. Jahr ein. einen nngeschcueten Handel. Und colabriret public׳! i» der Kehrwieder Gaße Ihren lästerlichen Gottesdienst, welche von Gott sickibahrcr Weise gezeichnete, Vnd Mit dem Fluch belegt« leute, weil sie ohnschibaren Unscgen mit sich führen. Ewr. Königl. Maj. lande» Väter« lich geruhen werden, ohne Ansehung pram-catir-tem ansehnlicher Geld-Surnmen. so sie hernach vielsäliig den arme» Unlerlhairen wieder durch Ihren betrieglichen Handel abkneiffcn, lind zugleich die eingesessene Bürger ganz ausmärgcin — aus diesem König Reich desto mehr zu sckaffeti, da Ewr. König!. Mt. Christliche Vnd altergdste Intention, die Sie in Dero letzteren hohen Odiet wegen Abschaffung des Jüdische» Herzlosen Änd Gottesläster- Uäien Gcbeth tVIenu an den tag geleget, bey diesem Gotteslästerlichen Volck unmöglich zur Lxeentiou gebracht werden kan». — Baczko, Gesch. Preuß«n» Bd. Vl. L. -iäU. In der hier erwähnten Kehrwiedergasse (welche so hirp. weit ihr jetziger Ausgang damals durch eine Mühle geschloffen war) befand sich eben die Synagoge in dem gräfl. Culenburgischen Hause. 2) Acta de» geh. Arch. ad. S. 4.