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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 3 · p. Seite 98

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 3
Article
Scenen aus dem jüdischen Leben im Elsaß
Date
1858-01-01
Page
Seite 98 (sequence 1)
Language
German
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98 6cen<n aus dem jüdischen Leben im Elsaß. Scenen aus dem jüdischen Leben im Elsaß. -י-!! In diesem Augenblicke (als der Erzählende eben geendet hatte) schlug die in einem Winkel des Gemaches angebrachte Wanduhr die zehnte Stunde. Mein Wirth erhob sich sofort, als hätte ihn eine Schwungfeder emporgeschnellt. ״Mein tbeurer Freund!" sagte er zu mir, ״die Ruhestunde ist da, Sie werden müde sein, die CchabbeSfrau wird Ihnen leuchten und Sie auf Ihr Zimmer führen." — Hierauf zu Samuel sich wendend, sagte er in einem halb scherzhafte», halb ernsten Tone: ״Du wirst oielieichk mit Deinen Zaubergeschiehlcn bewirken, das; ich heute Nacht nicht werde schlafen können; so etwas schwirrt einem immer durch den Kopf, und man hat böse Träume. Apropos! wenn ich Dich nicht mehr sehen sollte, verfehle nicht Dienstag Morgens nur lv Uhr zir kommen, um mich vor der Abreise zur Hochzeit zu rasieren." Am andern Morgen stand man zeitlich ans, um in den Tempel zu gehen. Nachdem der Morgengoltesdienst und das Mittagsmahl, dessen Zeit auf Punkt 12 Uhr festgesetzt ist. vorüber waren, machte ich meine Besuche bei den Verwandten und Freunden meines WirtheS, der mich mit feiner Frau auf dieser Rundreise begleitete. Baker Salomon ließ uns, seine behaglich unter den weiten Aermeln seines blauen Oberrockes verborgenen Hände rückwärts gefaltet, das Dorf entlang mit seinem langsamen und feierlichen Schritt gehen, den die ländlichen Israeliten an Sabbaten und Fastlagen mit besonderer Vorliebe annehmen Unser erster Besuch galt dem Onkel Jekel. Wir Dorred« zum Conciliador) sagt, dah er der Neue Erläuterer der schwer verständücben Schriftsteller: Nascht, Ilm Esra und Nachmani, gewesen sei (tiel interprotc de R. Selomoli, R. Abraham abea Esra y II. Mosel! Gerundeiisc, authores ililldlliiiio.s de enteiuler) u»d daß er aus deren Schriften wehr als drinbalhiansend Stellen angeführt habe. — Was de Rosst von einem Snpercommeniare des Iosaa ib» Tchoaib zu Rachmanr's Pemaieuch-Commenlar berichtet, beruht aus einem Irrlhnmc. ') Die im vor. Hefie angekündigte Erzählung, auf die der Leser wohl gespannt sein mag, ist nichts als eine ״Geschichte Benehmerin", und wir wisse» nicht, solle» wir mehr staune» über die Naivität des etsässischen Zu» den, der sich solche Geschichten erzählen läßt, oder über die Naivität des Herrn Daniel Stranden, der sie in der Revue des deux Mondes erzählt. Deutschen Lesern wagen wir nicht sie wiederzugeben, und wir beginnen daher mit dem Schlüsse dieser Erzählung. S). R.

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