Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Worms
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Worms. 47 welche dieser nusschusung Kälber eine sturkc 1n׳ou^t!u!on. wider die Burger vorgenommen, in denen er, der rack, den straf gebetten batte die Juden nicht uuS;nschnseu, sondern sogar diejenige, die aus ihren käußern entwichen wider in ihre Wohnungen kommen tu lassen. Auf solches dann von der Bürgerschaft replicirc worden, daß die auSschasttng der Inden durch den weg rechtens sch gctribe» worden, weil aber dieses rechtliche Mittel der Bürgerschaft wäre verbotten worden, sie hingegen! eids leides) pflichten hätten die rechte und frei)beiten der stade gn erkalten und dabey einseben, daß durch diese unersättliche Juden der gröstc tiwil der Bürgerschaft in änserste verderben gcrathen wären, woben sie noch dazu mit ihre» Judcn-1>!n!׳<>u<-n die Bürgerschaft auf leib und leben verklagt, dannenkero es kochst nöthig wäre ihren Juden ein gebiß in den nurnd \\\ legen, 1>nd eben deßwegen hätte auch ihre auSschafnng endlich notkwendig erfolgen müssen, worauf die Bürgermeister fortgingen 20) ES ist darauf die Iudensinagog, als ein gorteslästerlicheS hauß von der Bürgerschaft nidergerissen worden, derer Juden kinkerlassenen Güter Kälber, wurde den» ratk die Verfügung anhcimgeftellt, weil die Bürgerschaft sich hierdurch nicist;1! Kereichern gedachte; dieses ward aber von dem ratk refusirt, weßweg die Judengaß von der Bürgerschaft bewacht wnrde, damit - I) Der Autor übergeht hier. den Act der Ausrreibumz näher \\\ befchrci* beit; wir wollen daher itachbolen. daß die Austreibunc; an! 7. Pessachtacze slo. April 1 f> 1 r>) ftattfrtnb. Die Gemeiilde wurde während de* Gottesdienstes übersatten׳ kreise, Binder, Kranke-llud Winbnerinnen wurden ׳nicht czesckonl; eine e 1 n ^ic stunde!onrde \ux Vorbereitung gestattet׳ hierauf wurde die Gemeinde biivch da* Ah ein! hör an den Rhein gebracht; hier versagten die anqestellten Zal'rlenke ii>erger), die Nt'qlücklichcn über den Rhein zu fahren, weil sowohl der.Bischof von 3£0׳$והח al* auch die rwn Dalberq und Nodenstein Anthcil au der ׳?׳lüsfrevenue hatten, und die Bürger üherttabmeu daher selbst die Arbeit der Ucbcrsahrt; diese dauerte bi* spät in die Na du hinein, und dem herzbrechendest .Wehklagen und Jammern folgte jetzt ein Dankczebet der Verfolgten, da sie wenigsten* da* stehen erhielten. — Am 26. April starb ein Mitglied der Gemeinde, und diese schickte zwei Abgesandie nach Morm* mit der Bitte, die Reiche ans den! dortigen Zriedhofe zu beerdstzeir, was mir den schnödesten Worten abqewiesen tvurde. Die Gemeinde sah sich qenothiczt, in dem Dorse Alsbach (aus der rechten Rheinseite) einen Gotte*- acker zu errichten, und bald sollte dort ihr steliebter Rabbiner, R. Abraham Lamuel Bacharach (Großvater des Chawot Jair) ebenfalls seine letzte Ruhestätte finden; er starb ben 27. Zar desselben Jahres (5875) in einem Wer von 40 Jahren (s. Naphschot Zadikim S. .58).