Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Briefe aus Berlin
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 6)
- Language
- German
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454 Wissenschaftliche Aufsätze. mit dem jüdischen Leben und Denken, und muß in ihnen auch das Interesse für die Predigt im Gotteshause wecken und rege erhalten. Wie viel dabei für das Haus gewonnen wird, bedarf keiner Ausführung. Der Unterricht der Knaben ist in alten Gegenständen, außer dem Hebräischen, dem der Mädchen entsprechend, insoweit die Verschiedenheit des Geschlechtes nicht auch eine Verschiedenheit dss Lehrtones und der Darstellung bedingt. Namentlich wird hier in dem systematischen Religionsunterrichte durch Auswendiglernen wichtiger biblischer und talmudischer Stellen im Urtexte eine vertrautere Bekanntschast mit den Quellen jüdischer Belehrung bezweckt. Im Hebräischeu freilich wäre ein weiterer Ausbau der Knabenabtheilung Wohl zu wünschen, wie überhaupt ein den beiden höchsten Gymnasial- und Realkiassen entsprechender Religionsunterricht von unberechenbarem Nutzen wäre. Doch auch dieser Wunsch wird wohl verwirklicht werden können, wenn die Schule in demselben Verhältnis wie bisher an Frequenz zunimmt und somit auch die Zahl der Lehrstufen (Klassen) vermehrt werden kann, und wenn ferner der Anstalt mehr jüngere Zöglinge, als bisher geschehen, zugesührt werden. Im Ganzen jedoch wird schon jetzt in den vier Knabcnklasscn die Kenntniß des Hebräischen insoweit angebahnt und durch den in der obersten Klasse hinzutretenden Unterricht in der hebräischen Grammatik ergänzt, daß die Knaben nach Vollendung des gegenwärtigen Lehrganges, wenn sie eine höhere Bildungsstufe anderweitig erreichen, selbstständig sich im Urtexte belehren können. Vergleicht man die Leistungen der Schule mit dem, was früher auf diesem Gebiete im Ganzen erzielt worden ist, so muß man freudig den Fortschritt unserer Zeit begrüßen und der Anstalt, der eine größere Zukunft noch bevorsteht, segensreiches Gedeihen wünschen. Wissenschaftliche Aufsätze. Einiges über Münchner hebräische Handschriften. Die reichhaltige Sammlung hebräischer Handschriften der königlichen Bibliothek zu München harrt noch einer sachkundigen und gründlichen Catalogisirung. Lilienthal hat zwar in den Jahrgängen 1838 und 39 der Allg. Zeitung des Judenthums eine ziemlich aussührliche Beschreibung jener fast 300 Codices umfassenden Sammlung gegeben, allein trotz mancher darin befindlicher interessanten Mit-