Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 13)
- Language
- German
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Briefe aus Berlin. 449 und Privilegien bestätigt und verbürgt wurden. Eine nothwendige Konsequenz hiervon war denn auch die Ausrechthaltung der oben mitgetheilten Recesse und Privilegien aus den Jahren 1866 und 67, deren Wortlaut wir daher in dem angeführten Erlaß wiederfinden. Dem Hellen Blicke des großen Kurfürsten konnten die Vortheile einer bleibenden Niederlassung mindestens einiger Lsraeliten in Königsberg nicht entgehen. Er ließ sie daselbst allmälig festen Fuß fassen und im Jahre 1680 wurde ihnen auch die Einrichtung einer Synagoge gestattet. Sie befand sich in einer gemietheten Räumlichkeit auf der Schloßsreiheit, in dem Reisenden wohl bekannten jetzigen ,,Deutschen", damals gräflich Eulenburgischen Hause. So hatten sie endlich mit Gott den wahren Grundstein zum Bau einer Gemeinde gelegt, deren Sicherstellung und Entwickelung wir im Folgenden darzustellen versuchen. Briefe aus Berlin. 1. Die Berliner jüdischen Gemeindeschulen. Wenn ein im April o. a. zu Breslau erschienenes Programm einer jüdischen Religionsschule mit einer Art von Genugthuung die Zeit für jüdische Elementarschulen als zu Grabe gegangen darstellt, so zeigen die zwei jüdischen Gemeindeschulen zu Berlin, die eine für Knaben und die andere für Mädchen, den erfreulichen Beweis des Gegentheils. Die Berliner Gemeindeschule für Knaben, mit ihren ersten Wurzelfasern schon bis in's Jahr 1778 hinaufreichcnd, erstarkte doch erst seit 1852 zu einem kräftigen, segensvollcn Lcbensbaume, seitdem der in weiteren Kreisen bekannte Pädagog A. Horwitz das Reetorat derselben übernommen. — Im Jahre 1852 zählte die Anstalt 116 Schüler in 4 Klaffen; gegenwärtig zählt sie deren 404 in 9 Klassen, von denen einige ihrer großen Frequenz wegen Parallel- Coetus haben. Damals belief sich der Jahresertrag an Schulgeld auf 203 Thaler, da die Schule meistens nur von Kindern armer Eltern besucht wurde; jetzt hat die Schule Wurzel gefaßt in den wohlhabenderen Schichten der Gemeinde und hat daher eine Jahreseinnahme von über 2000 Thalern. Es werden an ihr 275 Stun-