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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 11 · p. Seite 435

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 11
Article
[Rezension]
Date
1857-01-01
Page
Seite 435 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Recensionen und Anzügen. 43f» während auf ihre Schriften nur flüchtig tingegangen wird und beispielsweise von Abravanel blos die Bibelcommcntaricn genannt werden. Der Verfasser macht es sich auch -«quem, indem er die Quellen, aus welchen er schöpft, verschweigt und ״durch gelehrte der Brauchbarkeit des Werkes keinen Abbruch thun will," gesteht aber damit dem Leser die Berechtigung zu, Ungenauigkeiten, die man sonst ihren ׳ Urhebern aufgebürdet hätte, ihm selbst zur Last zu legen. Was der Verf. z. B. über Josua Jbn Schoaib sagt (S. 249), ist ein Irrthum, den er aus dem Dizzionario storieo des de Rossi nachgeschrieben hat. Eine andere Eigenthümiichkeit des Verfassers ist, das Werk eines Ex ege len aus der Vorrede zu beurtheilen und bedenkt hierbei nicht, daß Autoren gar oft ihren anfangs aufgestellten Principien im Verlaufe der Arbeit untreu werden und Grundsätzen huldigen, die sie ausdrücklich verdammten. Wenn sich z. B. Abraham Menachem di Porto im Schlußworte seines מנחה בלולה über einzelne Abweichungcn von seiner gewöhnlichen exegetischen Methode rechtfertigt, so nimmt dies der Verf. in die allgemeine Charakteristik auf (S. 290). Einzelne Angaben, über welche die Gelehrten sich noch nicht geeinigt haben, stellt der Verfasser mit apodiktischer Gewißheit hin; so sagt et׳ (S. 163): ״Unter den Rabbaniten trat zuerst der Arzt David ben Merwan Hababli in Persien als religionsphilosophischer Schriftsteller auf," ,während man doch von vielen Seiten geneigt ist, David ben Merwan als Karäer gelten zu lassen. Folgender Behauptung des Verfassers: ״Die ersten Bibelausgaben verhalten sich zu den in unserer Zeit gedruckten Bibeln wie des Kindes Lallen zu dem Vortrage eines geübten Redners" (S. 38), wird nur derjenige Glauben schenken, der noch keine alten Bibelausgaben gesehen hat. — Im Allgemeinen vermissen wir ein tieferes Eingehen ans den Gegenstand; der Verfasser verläßt blos bei wenigen Schriftstellern die Oberfläche (Philo, Raschi) und nimmt dann viel Unwesentliches auf (vgl. §. 261). Bei allen diesen Mängeln besitzt das Buch jedoch Vorzüge, die es'zu einem lesenswerthen und nützlichen machen. Der Verfasser hat unter Anderem die exegetischen Schulen übersichtlich zusammcngesteüt und gröstentheils in chronologischer Ordnung auf einander folgen lassen, wodurch der Leser sehr leicht einen Ueberblick über das ganze Gebiet der Schriftforschung gewinnt. Die Darstellung des in Paragraphen getheilten Buches ist eine lebendige und klare. — Die Ausstattung ist bis auf die zahlreichen Druckfehler eine im Ganzen bcfriedigende. rr.

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