Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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434 Recensionen Wh Anzeigeir. Der Verfasser des vorliegenden Werkes über die im Zusammenhänge bisher nicht behandelte Geschichte der Exegese gehört nicht, wie wir mit Bedauern aussprechen müssen, zu jenen Bevorzugten, und hat von vornherein einen Fehlgriff gemacht, indem er sein Buch für die Jugend schrieb. Die Geschichte einer Wissenschaft kann nur für denjenigen existiren, dem die Erscheinungen und Erzeugnisse dieser Wissenschast schon zum Bewußtsein gekommen sind, der sich in den Gegen-, stand schon vertieft, die charakteristischen Merkmale, welche die verschiedenen Perioden der EntwiSelung von einander sondern, nicht blos historisch, sondern aus eigener Anschauung kennt und Vom Geschichtschreiber nur die Angabe eines Standpunktes für die Gesammtauffassung, die Darlegung des Zusammenhanges der einzelnen Glieder erwartet. Eine Geschichte der Exegese kann ebenfalls nur unter solchen Bedingungen auftreten, um so mehr, da es sich hier um eine Wissenschaft handelt, die mehr Vorkenntniffe als fast jede andere erfordert und Einzelnheiten als wesentliche Momente in ihren Kreis zieht. Es ist daher schwer zu begreifen , wie der Vers, aus den Gedanken kommen konnte, einer Jugend, der er die Bedeutung einer ״Metapher" erklären (S. 167), die er mit den Namen Pythagoras, Plato, Aristotelesi Friedrich II. bekannt machen muß (S. 132, 137?, 23,4), die Exegese in ihren verschiedenen Gestaltungen zum Verständnis bringen zu wollen. Noch viel weniger wissen wir, wie der Vers., der nach dem Titelblatte seines Werkes ein Rabbiner in Function ifk; so unvorsichtig sein konnte, seinen jungen Lesern die Tosaphisten, denen man im Judenthuine bisher.stets große Achtung zollte , als ״Scholastiker" vorzuführen, ״deren subtiler, grüblerischer Geist sich blos in, witzigen Vergleichungen? erschöpfte" (S. 273), und ähnliche andere Behauptungen aufzustellen, die er als seine Ueberzeugung auszusprechen wohl das Recht Hat, dem Leserkreise aber, für den er. sein Buch vorzüglich berechnete, hätte entziehen sollen. Doch abgesehen, davon, scheint der Verfasser die Grenzen seiner. Aufgabe nicht recht eingehalten zu haben. Er möchte gern die ganze jüdische Literatur mit der Exegese in Verbindung bringen, nimmt nicht nur Grammatiker und Lexicographen aus, sondern räumt auch bei Gelegenheit einem Uriel Acosta, B. Spinoza und. einigen jüdischarabischen Nerzten einen Platz ein (S. 1-47 —148), schließt dagegen viele Exegeten und Religionsphilosophem aus und verbannt die tatmudische Literatur so vollständig, daß nicht einural ein Simon. Kahira, Alfasi u. A. erwähnt werden. Bei einigen Schriftstellern waltet das biographische Moment vor (Jbn Esra, Abravanel, Mendelssohn), 33*