Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 11)
- Language
- German
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430 Wissenschaftliche Aussätze. von der Sonne und ihren Strahlen. Hierauf nimmt er die Frage noch einmal auf mit den Worten: ,,Wie aber wird Vieles aus Einem? Nun was aus Jenem entsteht, tonnte nicht dasselbe sein, was Jenes. Wenn nun nicht dasselbe, doch sicherlich nichts Besseres. Was gäbe cs auch Besseres als das Eine oder drüber Hinausliegendes? Also mußte cs schlechter, das ist also bedürftiger sein. Was ist aber bedürftiger als das Eine? Sicherlich das Nicht-Eine. Das ist aber das Viele, das jedoch nach dem Einen strebt, also das Eins-Viele (h> ■aoa 7ro//«) .... Was aber keine Vielheit in sich hat, ist nicht Eins durch Theilnahmc am Einen, sondern das Eine selbst {amoev) und das, von welchem auch die übrigen die Einheit haben, die Einen aus größerer Nähe, die andern entfernter." Zu vergleichen ist auch der Anfang des nächstfolgenden Capitcls: ״Daß Etwas nach dem Ersten sein müsse, ist anderswo gesagt worden und überhaupt, daß cs (das Erste) eine Kraft ist, eins Unberechenbare Kraft, und daß das aus allem andern Seienden erhellt, weil Nichts existirt, nicht einmal etwas noch so weit von ihm Entlegenes, was nicht Kraft zum Zeugen hat. Jetzt ist aber zu sageu, daß, da man bei den Dingen, welche entstehen, einen Prozeß nicht nach oben, sondern nach unten hat, und zwar so, daß sie stufenweise immer mehr in die Vielheit eingehen, das Princip aller Ding-e inuncr einfacher ist, als sie selbst. Daher ist das, was die sensible Welt gemacht hat, nicht selber eine sensible Welt, sondern Nus und intelligible Welt, und in gleicher Weise was über der intMigibeln Welt steht, weder Nus, noch intelligible Welt, sondern einfacher als der Nus und einfacher als die intelligible Welt. Denn nicht wird Vielfaches aus Vielfachem, sondern die Vielheit geht hervor aus einem Nicht-Vielen. Ist aber auch dieses (das Hcrvvrbringende) noch ein Vielfaches, so ist das nicht Princip, sondern ein Anderes vor diesem. Man nruß es-also zurückführen auf das, was in Wahrheit Eins ist (4V ö/׳׳;wc ארודוח האטתית) , was außerhalb jeder Vielheit und jeder Art von Einfachheit ist, wenn es anders das Einfache schlechthin ist." Ueber die Gceintheit der Dinge im Nus und in der Seele.im Gegensätze zur Erscheinungswelt, wo die Einheit, nach G. sich zusammensetzt und thcilt, also bis in die äußerste Gränze der Vielheit auseinandergeht, ist zu vergleichen enn. VI, 6, 7. ״Man muß die Dinge (im vovc) in einer Natur denken und denken״ daß eine Natur sie alle hat und gleichsam umschließt, nicht wie in den sinnlich wahrnehmbaren Dingen ein Jedes gesondert ist, anderswo die