Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Danzig
- Date
- 1857-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829206-2829218-2855465--03868-2855481- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Geschichte der Juden Ln Danzig. In Briefen. VIII. Werfen wir null noch einen Blick ans die ehemalige kleine, in der Nähe Danzigs gelegene Gemeinde Weinberg. As sind kaum einige Dateil vorhanden, die Zeugniß ablegen von der Geburt und Gebnrtsstätte dieser jetzt zu Danzig den ״Weinberg"*) verewigenden Gemeinde. Wir sind hier ganz auf gelegentliche Berichte ans anderen Gemeindebüchern und auf die mündliche Ueberliefernng beschränkt. Aus der erstern Quelle haben wir schon oben Mittheilnng gemacht. Hier mag noch ein Actenstück mitgetheilt werden, welches einen eigenthnmlichen Beschluß der Beerdigungsgesellschaft vom 21. Kislew 1763 bringt. ״Beerdigungsgeld für Mitglieder der Weinberger Gemeinde soll betragen: Für die Leiche einer Fehlgeburt 3 Gulden, eines Kindes 6 Fl., eines Erwachsenen 12 Fl. Es soll aber dem Ermessen der Vorsteher anheimgegeben werden, ob sie von dieser Taxe etwas nachlassen wollen." — Zn bemerken ist ferner, daß Reichthnm nicht das Loos der Weinberger gewesen zil sein scheint, und es war daher vermuthlich denen, die sich hier ansiedelten, das Schutzgeld an den Bischof von Cujavien und die Beiträge zur Altschottlandischen Gemeinde zu hoch; das Kloster auf dem Stolzenberge ließ sich billiger finden und in den Gemeindebedürfnissen behalf man sich mit dem Nothwendigsten, einer Synagoge und was dazu gehörte, obgleich die Gemeinde an Zahl die Altschottlandische übertraf. Zu dem obengedachten Altschottländischen Rabbiner Elchanan scheinen sie in keinem Verhältniß einer gegenseitigen Verbindlichkeit gestanden zu haben. 1) Chroniken berichten, daß im 14. und 15. Jahrhundert wirklich Weinbau hier getrieben wurde; jetzt gedeiht kaum gewöhnliches Obst daselbst. Frankel, Monatsschrift. VI. 11. 31