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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 10 · p. Seite 375

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 10
Article
Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi
Date
1857-01-01
Page
Seite 375 (sequence 11)
Language
German
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Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi. 375 richtigt waren, setzten sie ihm nach und holten ihn auch in der Nähe der Stadt ein. Thräncu des Schinerzes entrollten den Angen des jetzt elenden Königs, als er auch seine Mutter unter den Feinden erblickte; doch auch ihr Groll war plötzlich wieder der natürlichen Liebe gewichen; sie umarmte ihn wie ein dem väterlichen Hanse und der elterlichen Zucht entlaufenes, zurückgeführtes Kind. ״Nicht Dich, mein Sohn," ries sie ihm zu, ״trifft die Schuld, Du bist noch jung, sondern die, denen Du Dich ergeben hast, diesen Samuel Lewi und die Anderen seines Gleichen, welche ich hier bei Dir sehe." Umsonst waren die Betheuerungen Pcdro's für die Unschuld seines jüdischen Freundes, der Jude wurde schonungslos seinem Herrn entrissen, von dem Brautführer Don Tello ins feindliche Lager geschleppt und theilte so mit seinem ebenfalls streng bewachten König das bittere Loos der Gefangenschaft Doch nicht lange sollten die durch Leiden damals eng vereinten Freunde von einander getrennt bleiben. Gegen ein ungeheueres Lösegeld hatte Samuel Lewi die Erlaubniß erhalten, seinen Herrn wieder zu sehen, ihn sogar aus seinen Jagdpartien begleiten zu dürfen. Die Edelsteine, welche er zu verbergen und in dieser mißlichen Lage zu verwerthen verstand, machten ihn in dem Hoslager zu Toro zu einer sehr wichtigen Person. Es fehlte ihm weder an Muth noch an Geschicklichkeit, er war Pedro aufrichtig ergeben und wurde der eifrigste, der thätigste seiner An- Hänger. Durch sein Bemühen kam gegen Ende des Jahres 1354 zwischen den Jnfanten von Aragonien und dem gefangenen König ein Vertrag zu Stande, und durch seine Hülse gelang es letzterem, an einem von dickem Siebet umhüllten Morgen die Freiheit wieder zu gewinnen^). Mit dem ihm von seinen treuen jüdischen Unterthanen gereichten Gelde sammelte er eine ansehnliche Macht und schlug den Weg nach Burgos ein, wo die seinetwegen schon oft geplünderten und gemarterten Juden ebenfalls zu seinen treuesten Anhängern gehörten. Einige Monate später wurde das durch Natur und Kunst stark befestigte Toledo, dessen Alcazar der verstoßenen Blanca als Aufenthalt diente, der Schauplatz des Krieges und der an den zahlreich dort wohnenden Juden verübten Greuelthaten. Am 4) Ayala, 1. c. 5. anno, C. 53. 5) Ibid. C. 38.

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