Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / G.
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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316 Recensioncn und Anzeigen. den Gesetzessorschern aufgefaßt wurde, fo hielt man sich doch von einer rationalen Ergründung des Bibelwortes fern ׳ die Schrift war ein göttlich Geoffenbartes und hatte ihre Begründung in sich selbst. Nur Maimonides versuchte im dritten Theile seines Moreh den Versuch, , die bibl. Gesetze auf rationalistische Gründe zurückzuführen׳, dieser Versuch ist, wie'bekannt, in vielen Theilen verunglückt, den großen Mann mochte allein der Gedanke geleitet haben, ein abgerundstes Ganze zu geben. Selten und nur schüchtern sucht Ramban (und Jbn Esra) eine solche Begründung auf. — Mehr als auf rationale Auffassung richtete man das Augenmerk auf eine übersichtliche! Gliederung des Gesetzinhaltes. Man wollte der göttlichen Befehle, die. hie und da in der h. Schrift zerstreut liegen, mit Einem Herr : werden, sie unter gewisse Gesichtspunkte bringen, von denen aus die Masse der Gesetze leichter zu überschauen wäre. Da ergab sich als das zunächstliegende Eintheilungsprincip der Dekalog, weil ja an diesen augenscheinlich manche Gesetze sich anreihen. So hatten die einzelnen Gesetze über die Sabbathfeier offenbar auf das vierte, andere (2. B. M. 21, 1.5; 3. B. M, 19, 3 u. s. w.) auf das fünfte, i manche Bestimmungen über das Criminal verfahren aus das sechste Gebot Bezug, u. dgl. m. Schon Philo betont nachdrücklich, daß die von Gott selbst geoffenbarten zehn Gebote zwar an sich Gesetze, aber auch die Principien für die Specialgebote seien; alle durch Moses dem Volke überlieferten Gesetze beziehen sich auf den Dekalog zurück (De Dec. Orac. Mang. II. p. 183). Bei den spätern Gelehrten finden wir dieselbe Anficht wieder (vgl. Raschi, Ramban zu 2. B. M. 24, 12), die von Einigen sogar durchgeführt wurde, wie von R. Saadia in seinen für das Wochenfeft bestimmten אזהרות (herausgegeben von I. Rosenberg in dessen ספר קובץ מעשי ידי גאונים הקדמונים, Berlin 5616, und in dem Werke מאמר השכל). Saadia ׳' beginnt seine in Gedichtform verfaßte Anreihung der 613 Gebote an den Dekalog also: אנכי אש אוכלה ונחרת מכל הנהרות ודברו כאש ונוצציה הרדה מצות בכל דבור זוהרות בחכמתו הוללת בעשרת דברות שש מאות ושלש עשרה מצות להורות אמרות ה' אטרות טהורות. Aber es ergibt sich bei der Durchführung, daß sich bei manchen Geboten nur eine lockere Verknüpfung mit dem Theil des Dekalogs, an welchen sie gereiht werden, erzielen läßt. So ordnet Saadia die Bestimmungen über die Elephantiasis lediglich auf Grund des Midrasch,