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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 8 · p. Seite 289

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 8
Article
Die Niederlande und das holländische Leben
Date
1857-01-01
Page
Seite 289 (sequence 5)
Language
German
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Die Niederlande und das holländische Leben. 289 sein, erkaufte es allenthalben das Recht zu. leben mit unerträglichen Opfern. Abgeschmackte und niederträchtige Einflüsterungen hegten den großen Hansen gegen die Juden auf: mau sprach von von ihnen geraubten und ermordeten Kindern; und der Eigennutz verschwor sich mit dem Aberglauben gegen den Rechtszustand dieser Unglücklichen. .Den durch fanatische Wuth hervorgerufenen Aufläufen folgten Güterwegnahme, Plünderung, Beraubung unter jeder Gestalt, von ihnen ist jeder Act dieser langen und blutigen Tragödie bezeichnet, gegen die ״verfluchte" Nation war Alles erlaubt. Auch Spanien konnte nicht dem Einflüsse dieses Religions- Hasses und des Eigennutzes entgehen. Der 2. Januar 1492 harte den Halbmond aus der iberischen Halbinsel verschwinden sehen (durch die Eroberung von Granada), und Ferdinand und Jsabella, bethört durch ihre Eroberungen und getrieben von dem Arm der Inquisition, faßten einen Entschluß, der über ihr schönes Reich Trauer und Verödung brachte. Der spanische Boden, so wurde ausgesprochen, soll nicht länger durch die Gegenwart von Menschen befleckt werden, die nicht die katholische Religion bekennen. Dieses Edict brach wie ein Donnerschlag über die Juden aus und verbreitete große Bestürzung. 160,000 seit undenklicher Zeit im Lande ansässige Familien sollten durch fanatischen Eifer und unersättliche Habgier aus dem Lande verbannt werden, in welchem sich die Gräber ihrer Vorfahren befanden. Die spanischen Juden boten dem König eine beträchtliche Summe an,. um die Ausführung dieser grausamen Maßregel zu Hintertreiben: schon schwankte der König, da trat Torquemada hin und fragte stolz, ob seine katholische Majestät dem Beispiele des Judas Jschariot folgen wollet- Das Edict Ferdinands und Jsabella's, das die Vertreibung der Juden befahl, wurde den 30. März 1492 in einem Saale des Alahambra unterschrieben. Die Juden besaßen große Reichthümer; mau erlaubte ihnen ihre Grundstücke zu. verkaufen, aber diese Erlaubniß war nur ein Spott; ein Haus wurde für einen Esel, ein Weinberg für einen Mantel gegeben. Der Tag 4) Vgl. hierüber Frank«! Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums 2. Jahrg. S. 475 Anmerk. — lieber die Vertreibung der Juden aus Spanien berichtet unter den Neueren Prescott Histoi-y of the reign of Ferdinand and Isabella the Catholic ausführlich und gründlich. Die gedachte Zeitschrift brachte diesen. Bericht, auf welchen wir verweisen.

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