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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 8 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 8
Article
Die Niederlande und das holländische Leben
Date
1857-01-01
Page
Seite 287 (sequence 3)
Language
German
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Die Niederlande nnd das holländische Leben. 287 Was sich seit jener Zeit in Israel ereignete, ist für diese, von dem ursprünglichen Stamme abgclösten Familien ein nicht Geschehenes. Die Meinung der Reisenden und der Rabbiner (?) geht dahin, die jüdische Kolonie Abyssiniens sei durch die Königin von Saba gegründet worden^). — China ist ebenfalls von Juden bewohnt, die ihr Vaterland vor Verletzten Katastrophe verlassen haben; zu Bombay allein zählt man fünftausend dieser indochinesischen Juden, welche sich vorzüglich mit dem Ackerbau und der Oelfabrication beschäftigen. Sie (die chinesischen Inden) besitzen kein Manuscript des Gesetzes (Thora); aber ihre religiösen Ceremonien und ihr Glaube an die Einheit Gottes hat dem Einflüsse des sie umgebenden Un- und Aberglaubens widerstanden. Sie verstehen, wenn auch unvollkommen, das Hebräische, das sie schlecht aussprechen, weil die chinesische Sprache nicht die Laute besitzt, die die Articulation ihrer Ursprache erheischt; Einige unter ihnen bekleideten die Mandarinmwürde. Das Datum ihrer Ein- Wanderung ist schwer festznstellen; mehrere Umstände berechtigen jedoch zu dem Schlüsse, daß die Juden Bombay's sich in China zur Zeit der Gefangenschaft der zehn Stämme niedergelassen haben ch. Gewiß scheint, daß ihr Aufenthalt in diesem Lande älter als die Geburt des Stifters der christlichen Religion ist; sie haben erst aus dem Munde der Missionäre seinen Namen vernommen. Auch Indien hat wie es scheint in einer sehr entsernten Zeit einige Schwärme des heute auf der ganzen Erde zerstreuten Volkes empfangen. Wenn die Spuren dieser alter! Colonien gesammelt und die Traditionen mit einander verglichen werden könnten, so würde man ohne Zweifel von Lagerplatz zu Lagerplatz die ganze Geschichte Israels wie eine Art lebendiger Bibel wiederfinden. 2) Der Vers beruft sich hier auf die von Philoxmus Luzzattv hinterlasseneu Aufsätze in den Archives Israelites. In dem vor. Anmerkung gedachten Aufsatze ״Die Diaspora 3c." ist aus mehreren Nachweisen der Ursprung der Faiascha — dieses ist der Name der jüdischen Colonie in Abyssinien — auf Alexandrien zurückgeführt worden. Vgl. auch B. Beer das Buch der Jubiläen. 3) Nach den besseren geschichtlichen Forschungen sind diese Daten keines- Wegs so hoch hinauszusetzen. Zn erwähnen ist hier noch eine ans Teheran gemachte Mittheilung des Grasen Gobineau — Journal Asiatique 185(» —, nach welcher die Afghanen stch als Nachkommen der von den Assyriern in Gefangenschaft geführten zehn Stämme betrachten sollen, und ihr Geschlechtsregister auf zwei Söhne Sauls zurücksühren. 22 *

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