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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 7 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7
Article
Über den Opfercultus nach biblisch-talmudischer Auffassung
Date
1857-01-01
Page
Seite 253 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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nach biblisch-talmudischer Auffassung. 253 vorhielt, welches die Idee ausdrückte, für die der gemeinsame Kampf geführt wurde. Jene schöpferische, in ungetrübter Reinheit die'religiöse Idee in sich fassende Kraft, welche im Exil erzeugt und zur Zeit des zweiten Tempels, unter seinem Schutze in voller Thätigkeit war, fand ihre Manifestation in dem durch Esra begründeten hohen Collegium (כנסת הגדולה), welches später den griechischen Namen Synedrion (^סנתדד) angenommen. Die große Ausgabe, die es sich gestellt, und die Mittel, welche es zur Ausführung derselben augewendet hat, beides finden wir bezeichnet in einer Mischna (Abot c. -1, 2), welche uns drei Tendenzen von demselben aufbewahrt, in welchen wir die normalen Grnndzüge seiner eigenen Thätigkeit erblicken. Großartig war das Beginnen und segensreich sind die Folgen dieses Collegiums, welches in seiner Mitte die gelehrtesten und bedeutendsten Männer aus allen Theilen des palästinensischen und babylonischen Gebietes aufnahm. Es ist von ihm eine feste, unerschütterliche Basis geschaffen worden, auf welcher jener große Riesenban des talmudischen und rabbinischen Judenthums aufge-- führt wurde. Und als mit der Zerstörung des zweiten Tempels diese heilsam wirkende Centralisation vernichtet wurde, so war jener Ausbau bereits so weit vorgeschritten, daß die Erhaltung und Entfaltung der Bundesidee des Judenthums in demselben eine das ganze Leben umfassende Ausprägung fand, und das nun errichtete heilige Gebäude war von der Art, daß es nicht in enggezogene Schranken von Räumlichkeit, Stofflichkeit und Perjönlichkeit gebannt war, sondern in seiner lebendigen Beweglichkeit die zerstreuten Glieder Israels nach allen Enden der Welt hin begleiten konnte. Die gewaltigen Stöße, welche die Zeitenstürme von innen und außen ihm versetzten, vermochten nicht es zu erschlittern, und wurden vielmehr Veranlassung zur festem Begründüng desselben. Wenn aber auf diese Weise dieser geistige Ausbau gleichsam den heiligen Tempel mit seinem Opfercultus substituircn sollte, so ist dennoch stets das Bewußtsein lebendig erhalten worden, daß dieser Zustand, ungeachtet der sehr ausgedehnten und durch keine Gränze bestimmten Zeitdauer desselben, nur ein vorübergehender sch daß einst am Ende der Tage, wenn das in der Aufgabe des Judenthums begründete Ziel, ״die Vereinigung der gesammten Menschheit zu einem universellen ewigen Bunde mit Gott", erreicht

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