Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / H.
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Recenfionen und Anzeigen. Zwecke, oder nach dem, für den die Handlung geschieht, so sind alle andern eben so gut als Pflichten gegen Gott zu betrachten, weit man in ihrer Ausübung den Willen Gottes vollzieht, als diese selbst wieder nichts Anderes sind als Pflichten gegen uns selbst, da der Wille Gottes nichts anderes erzielen kann, als unsere eigene Wohlfahrt, und die Hingebung an Gott nur die seligen Wonnen des Lebens begründet. Wir können jedoch hierüber mit dem Verfasser nicht rechten. Er folgte der üblichen Sitte. Bei Aufzählung der Pflichten vermissen wir dagegen viele. Es ist die Pflicht der Liebe gegen Gott, die in der Schrift mit so deutlichen Worten ausgesprochen ist, nicht erwähnt; viele andere find nicht genügend hervorgehoben. Wieder sind rein theoretische Ansichten, die als Principien der Pflichtenlehre zu betrachten sind, als Pflichten bezeichnet. bleberhaupt fehlt auch der Unterschied zwischen Pflichten der. Gesinnung und denen der That, wie auch zwischen ethischeu, religiösen und ceremoniellen. Wir halten daher diese Partie des Buches für die schwächste, Dagegen Pud die ehelichen, socialen und staatlichen Pflichten recht gut gezeichnet. Im Ganzen begrüßen wir die Arbeit als eine gelungene, und rühmen daran noch zum Schlüsse ihre Faßlichkeit, Klarheit und Gesinuungstüchtigkeit. Es weht ein Geist tiefen Ernstes und wahrer Religiosität durch dieselbe; eine innige lieberzeugung und eine erhebende Begeisterung stür den angestammten Väterlichen Glauben spricht sich überall aus. Es muß das Buch sicher einen guten Eindruck auf Nichtbekenner des Judenthums machen, die Bekenner aber mit erneuerter Liebe für dasselbe erfüllen. Und so wollen wir auch die Reinheit, Durchsichtigkeit, Klarheit und auch Gediegenheit des Styles noch loben, um so mehr, als der Verfasser ein geborener Deutscher ist, der mit dem Genius der englischen Sprache betraut, so meisterhaft, sich derselben bedient. Wir wollen aber auch einige Fehler nicht umgehen, die bei-einer zweiten Ausgabe verbessert werden dürsten. P.; 85: the earth; reyolyes round tfre moon , das haben auch die Alten nicht geglaubt. Daselbst: sent out, dazu waren keine Boten ausgesandt. P. 88: because.on tlic 6. day of .tlie inonth. Die Offenbarung war am 7. Sivan, nach den Ansichten Vieler. P. 126: to be traced in the Talmud. Der Talmud als ein Werk ist jedenfalls nach dem neuen Testament angefertigt) worden. Wohl sind aber diedarin;gesammeltenrabbinischen Aussprüche. .alter als dieses; es müßte also für ,,Talmud" ,,rabbinische Aussprüche" heißen. P. 134: neighbours iji nicht richtig übersetzt, p. 135 ist, die Antwort H illel's nicht richtig angeführt-; p. 108 trom bumility ist die Folgerung etwas; gesucht. — Die Schristftellen, die; gewähltsind, sind; .passend