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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 5 · p. Seite 175

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 5
Article
Über den Opfercultus nach biblisch-talmudischer Auffassung
Date
1857-01-01
Page
Seite 175 (sequence 9)
Language
German
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Briefe aus Wien. 175 eine höhere, bedeutsamere, erweiterte und ausgedehnte Thätigkeit bewirkt werden soll. . Jedoch mußte mit der Bildung des Bundesvolkes das Individuum in elfteres aufgehen und streng darauf gehalten werden, daß durch keine Art von Jndividualisirung der Volksbund gelockert und geschwächt werde. Darum sollte das Heiligthum, als der Centralpunkt des jüdisch-religiösen Lebens, an sich tragend jenes in scharfen Zügen ausgeprägte, nach allen Richtungen hin lebendig anregende Bild des au Gott geknüpften Volksbundes, seine Vollendung eben dadurch erhalten, daß unter strengster und pünktlichster Beachtung sowohl das Ganze, wie jeder einzelne wesentliche Theil desselben nur einmal und nur an einer bestimmten Stelle vorhanden sei. (Schluß folgt.) Briefe aus Wien. ix. (Vgl. vor. Jahrg.) Purim und Peffach erwecken in allen jüdischen Kreisen gleiche Gefühle. Beide erzählen uns, wie Gott über sein Volk gewacht und es gerettet hat, und unser Volk, das so lange gedrückt und bedrückt wurde, schöpfte mit jedem Jahre an diesen Festen neue Hoffnungen, daß der Hüter Israels auf's Neue sein Volk erretten werde. Halb wachend, halb im Traume singt und sagt es sich die Mysteriöse Chad Gadja- Geschichte vor, daß nämlich trotz der katzcuartigen Schlauheit und Schmeichelei einerseits und der blinden Wuth andererseits, trotz des Stockes, der Scheiterhaufen und des Wassers, das den Namen Jude ganz verwischen sollte, trotz der Dummheit und der Störrigkeit, die ihr Müthchen am Juden kühlen wollten, — trotz alle dem Gott stets über uns gewacht hat. Mit neuer Kraft erwachen wieder alle Hoffnungen, daß Erlösung uns werden wird קול דודי דופק. Wenn auch übrigens in neuerer Zeit der Aufschrei und das Aufjubeln nicht in dem Maße sind, als sie vor Jahren und Jahrhunderten waren, weil unsere Zeit eben nicht so trübe ist, .wie die vergangener Jahrhunderte, so.tragen wir doch nach dieser Seite hin gar Vieles auf-dem Herzen, das mit aller Macht sich geltend macht. Für uns Juden in Oesterreich scheint der Frühlingsmonat (חדש האביב) überhaupt eine eigenthümlich glückliche Vorbedeutung zu haben.

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