Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über den Opfercultus nach biblisch-talmudischer Auffassung
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 2)
- Language
- German
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m ttcfcet dm OpfercultuS, fassnng der Aufgabe des Judenthums zusammenhängt und wie die fraglichen Gebetstücke in strengster Consequenz aus demselben reiultireu, Die Idee des biblischen Opfers tritt in aller Schärfe, in prägnantester Ausprägung in der Opferung Abrahams (עקידה) auf, und es liegt in der Ausführlichkeit der heiligen Schrift über diese Begebenheit unverhüüt die Absicht vor, das unterscheidende Moment zwischen dem heidnischen und biblischen Opfer deutlich hervorzuheben. Das Heidenthum sah in seinem Opfer das Hingeben eines rheuren ׳ Gegenstandes zur Beschwichtigung der belei-- digten, leidenschaftlich erregten Göller, oder überhaupt um ihre Gunst, zu erwerben. Die Idee des Opfers war, den Göttern dadurch Genugthuung zu gewähren oder Ergebung zu bekunden, daß der sie erzürnende oder ihre Gunst suchende Mensch sich durch Hingebung eines Opfers einen Verlust bereite; und es war die Wirkung des Opfers eine höhere, je schmerzlicher der Verlust war, der durch dasselbe herbeigeführt wurde, wie z. B. die martervolle Opferung eines Kindes (למלך) u. dgl. Das heidnische Opfer entsprach ganz der Idee, welche dort׳ von Gott und seinem Verhältniß zum Menschen vorhanden war. Die dem Abraham durch die Offenbarung gewordene höhere und reine Idee von Gott und seiner Beziehung zum Menschen fand beim Abschluß seiner Lebensthätigkeit ihren vollendeten Ausdruck, zugleich aber auch in opponirender Gestalt gegen das Heidenthmn'), wie dieses im Wesen der Offenbarungslehre und der sie ausdrückenden und gleichsam verkündenden Formen begründet ist, in der Opferung oder Akeda. Denn der Herr sprach zu Abra- Ham, als er schon im Begriffe ' war seinen Sohn, zu schlachten: ״Strecke nicht deine Hand aus zu dem Knaben und Ihne ihm Nichts (dieses ist nicht der Zweck des Opfers, daran habe ich keinen Gefallen), denn nun weiß ich, daß. du gottesfürchtig bist, indem du mir nicht verweigert deinen einzigen Sohn" (1. Mos. 22, 12). Die Bestimmung des Opfers ist: die Erhebung, An- Näherung (pnp) zü Gott; das Durchdrungensein von einer echten Gottesfurcht, von dem höheru Begriff der Gottesidee, die die ernste Bereitwilligkeit in sich schließt, auch das schwerste Opfer zu 1) Maimonides sagt (Moreh p. 3. c. L9): ובבר ידעת שלישו{ תחודד. במקומות רבים שהכוני. הראשונה היתד. לתמיד עבודת זרה. ומתות וכרה וכל הנתלה בה וגם לזכרה. Ferner das.: א״כ כל המצות שבאו באוהדי מעמדי ורה וכל הנתלה: בד,,וכל המביא אליי או המיוחם וי , .לד. הם מבוארות התועלת.:-