Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 1)
- Language
- German
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138 Wissenschaftliche Aufsätze. Wissenschaftliche Aufsätze. Ueber den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Uebersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi. (Schluß.) Für die Annahme, daß wir das T. jerusch, in seinem Ursprunglichen Umfange besitzen, spricht schon die äußere Erscheinung dieses FragmmLentargums, ferner das Verhältniß der übersetzten zu den nicht-׳ übersetzten Bibelstetzen, endlich die Natur der ׳ ersteren. .Die Genesis allein hat (vgl. Zunz S. 77) ein Drittel, des ganzen Targumbestandes. Ihm zunächst steht an Umfang das Deuteronom, das ein Viertel einnimmt, und Numeri, auf das ein Fünftel kommt: dieses Targum also vorwiegend zu den historischen Büchern des Pentateuchs. Exodus hat vier große selbstständige Partieen, und zwar an solchen Stellen, wo für Hagada ein ergiebiger Boden. Auf den überwiegend halachischen Levitieus kommt der kleinste Theil; und auch hier haben die pathetischen, für hagadische Ausführungen geeigneten Bibelstellen die umfassenderen Targumpartieen. — Hinsichtlich der Form der größeren Midraschim des Jeruschalmi, so zeigt sich in den umfangreichsten Excursionen überall eine vollkomnwn abgerundete und geschlossene Darstellung, und nirgends ist eine Unterbrechung des Zusammenhanges bemerkbar. Sind einerseits diejenigen. Bibelstellen, deren poetische Diction den Inhalt oft dunkel und schwerverständlich macht, im Jeruschalmi ausführlich und zusammenhängend paraphrasirt*), so findet sich andererseits zu den leichtfaßlichen, in einfach referirendem Tone gehaltenen biblischen Erzählungen, wie zu bloßen Namensanszählungen, längeren genealogischen Registern, mehrmaliger Wiederholung derselben Thatsache eine jerusalemitische Uebersetzung entweder gar nicht oder höchst spärlich^). Hervorzuheben ist ferner, daß Jeruschalmi nirgends geradezu sinnentstellend abbricht. Daß 1) Gen. 49, 1—27 der letzte Segen Jakobs; Exod. 15,1—18 das Danklieb der Israeliten beim Auszuge aus Egypten; Num. 23, 7—10. 19—24 die prophetischen Reden Bileams; Deut. 32.. 33. 34 Moses letzte Lobgesänge und Segenssprüche, wo besonders zu beachten, daß diese beiden letzten durch und durch poetischen Sidrah's des Pentat. vollständig übersetzt sind. 2) So Gen. 5, 1—32; 11, 10—29; 26, 1—43; 46, 8—27; Exodus 6, 14—26; Num. 1—3 (wo Jerusch, nichts als das verdruckte םמוכיהון, zu lesen סכומיר.ון, hat); 4, 21—49; 7, 12—88 (wo besonders zu bemerken bei der 12maligen Wiederholung derselben Opferordnung Jer. nur das erstemal übersetzt V. 13—17)/ 10, 11—28; 26, i—65.