Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Notizen. Raum beengt, zu unserm tiefen Bedauern — jeder Satz ist reich au Gewicht und Inhalt und bekundet den Meister ׳— nur Einiges wie-- dergeben können. ״Wie wir da beisammen sitzen, begann der Redner, bilden wir eine heilige Brüderschaft, חברא קדישא, in Brüderlichkeit vereinigt zu den Werken der Milde und Liebe. Ein Geist und Herz, ein Sinn und Seele! So soll es sein. Die ganze Gcsammtheit unsercr Glaubensbrüder, die ganze ״jüdische Genossenschaft", wie man uns tm osficiellen Style gern nennt, ist nichts anderes als eine engere Brüderschaft zu solchen menschenfreundlichen Werken der Milde und Liebe. Humanität ist unser Bekenntniß und unsere Ordensregel, die wir im Namen des einigen und alleinigen Gottes üben, dessen Namen wir bekennen und durch die Welt tragen, dessen Gebote wir befolgen, in dessen Wegen wir wallen. Hungernde speisen, Nackte kleiden. Kranke heilen. Trostlose und Verzagende trösten und aufrichten, denen die zur Ruhe gehen eine freundliche Ruhestätte bereiten, sie einführen in ihr ״ewig Haus", ihnen ein Geleite geben, das den Scheidenden zur Ehre, den Zurückgebliebenen zur Tröstung und Milderung in ihrem Leide gereiche, daß Keiner ans der Welt gehe, dem nicht ein Scheidegruß auf den Weg folgen— das ist unsere Aufgabe, das sind unsere Werke... Das ist es eben, was uns verbrüdert und versöhnt und aus uns Allen ein Gleiches macht. והמלך דור זקן sagt die Schrift, es fällt der Abschnitt in diese Woche: ״Der König David war alt geworden". Wie es dann weiter heißt ויקרבו ימי דוד למות (es naheten sich die Tage David's dem Sterben), da ist es nicht der König David, da ist es David schlechtweg, der sich zum Tode rüstet. Da hört jeder Unterschied und jede Unterscheidung aus. Darum sind wir Brüder und Brüder einer heiligen Genossenschaft, daß wir im Tode und Leben uns gegenseitig Beistand leisten." Der Redner ging hierauf zu manchen Pflichten der Ehewra-Kadischa über (auf die in solcher Weise hinzuweisen in vielen Gemeinden am rechten Orte sein dürfte), und hob dann den Ankauf des neuen Friedhofs hervor. ״Unsere Alten hielten, viel daraus ושכבתי עם אבהי, daß wir bei unseren Vätern ruhen.- Sie werden und können es nicht zugeben, daß die im Leben verbunden waren im Tode auseinander kommen, und die Einen dahin, die Andern dorthin zur Ruhe gebracht werden." —- Das Ganze dieser unter dem Titel ״Zur Erinnerung an die Generalversammlung des Vereines für fromme und wohlthätige Werke: Chevra Kadischa" (Wien 1837. Zamarski) dem Drucke übergebenen Reden bietet ein erhebendes Gesammtbiid tief ergreifender Beredtsamkeit, Biederkeit und hingehender Berufstrcue — Herr H. Sichrowsky steht dem Vereine seit vierzig Jahren vor — dar, und läßt im Leser einen nachhaltigen, stärkenden und versöhnenden Eindruck zurück. .