Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829206-2829210-2854950--03467-2854999- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
114 Recensionen und Anzeigen. Erst Frankel (Zeitschr. 1846. Einiges zu den Targumim S. IlSsff.) hat diese herrschende Ansicht über das Verhältniß des Jerusch, zum Jonathan stark erschüttert. Nachdem a. a. O. hauptsächlich aus die vielen gleichlautenden Stellen in beiden Paraphrasen aufmerksam gemacht wird, erscheint aus Gründen (auf die wir bei der folgenden Beweisführung verweisen werden) die zeitliche Priorität des Jerusch, bis zur Evidenz nachgewiescn, und als Resultat stellt sich dort heraus: ״Jerusch, und Jonath. sind nicht identisch. Jerusch, ist eine frühere Uebersetzung, die ein Späterer umarbeitete und viele Zusätze anfügte. Vor dieser umfassenden Paraphrase, die die frühere paraphrastischc Version in sich schloß (Jerusch, bildete beide zugleich, nur war die Version mehr überwiegend), ging diese verloren und blieben nur Bruchstücke, von denen uns auch schon ein großer Theil fehlt, zurück." Wir haben oben auf die Bedenken aufmerksam gemacht, welche gegen die Annahme eines einst pollständigen, jetzt in Fragmenten vorhandenen Targ. Jerusch, entstehen, und wir wollen nur noch Folgendes hinzllsügen, um die Tendenz des Jerusch, und dessen ursprüngliche incompletc Anlage nachzuweisen. lSchluß folgt.) Recensionen und Anzeigen. Maim o ni d es' ״ Führer der Verirrten " im arabischen Original nebst franzos. Uebersetzung und Anmerkitngen von S. Munk; besprochen von Dr. B. Beer. Zweiter Artikel. (Den ersten Artikel s. d. Monatsschr. 1856. S. 4LL ff.) Maimonides, wohl erkennend die Gebrechen seiner Zeit, die zwischen buchstäblicher und gläubiger Annahme auch der gröbsten Anthropomorphismen einerseits und unbedingter Hingebung an die monströsesten Doctrinen der griechisch-arabischen Philosophie andrerseits schwankte, faßte den Vorsatz, eine geläuterte philosophische Dogmatik oder besser ״eine Lehre, wie die geoffcnbarte Religion von denkenden Israeliten, auszufassen sei" niederzuschrciben. Nicht aber wollte jener große Denker ein fertiges System hinstellen, als wäre Solches seinem Haupte schon gewappnet entsprungen. Noch weniger beabsichtigte er durch selbstgewählte Anwendung mancher Worte und Ausdrücke auf Begriffe und dao ehemalige Vorhandensein eines uns abhanden gekommenen Targums am zunehmen.