Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 2)
- Language
- German
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74 RecensioNen und Anzeigen. durch Jüduction aus dem Wesen der Materie die Schöpfung aus Nichts darthun zu können und so der Freiheit'auch auf dem Gebiete der Physik Realität zu verschaffen. Diese Resultate meint der Vers, ans folgendem Wege erzielen zu können. Die Naturwissenschaften böten eine paffende Analogie zu den geoffenbarten Wahrheiten. Auch in jenen entscheide man sich gegen das apriorische Resultat für die Wirklichkeit und nennt diese Entscheidung eine 7acmc eE £7ןדץ0׳ן.«:ז?, ein Fürwahrhalten durch Jnduction. So setzt der Chemiker ein Undenkbares, das unthcilbare Atom, also ein unausgedehntes Ausgedehntes, als Grundtage für seine Wissenschaft, gezwungen von der Macht der Thatsachen. Ebenso entscheiden wir uns Lei der Streitfrage, ob die Lust sich in's Unendliche fortsetze oder nicht, gegen die einzig das Mariotto'fche Gesetz zu Rathe ziehende Mathematik, welche Unendlichkeit lehrt, für die ihre umgekehrte Ueberzcugung dem Experimente verdankende Physik. In gleicher Weise endlich streitet die Wirklichkeit gegen die unbegrenzte Ausdehnung des Satzes, daß die Kälte verdichtet, da das Wasser, abgekühlt bis unter 3—4° R., wieder sich auszüdehnen beginnt. Es stelle sich also ein Unterschied zwischen dem blos Denkbaren und dem Erkennbaren oder Wirklichen heraus. Der Verfasser sucht nun die charakteristischen Merkmale des Wirklichen im Gegensätze zum blos Denkbaren auf, in der Absicht, damit die geoffenbarten Wahrheiten als ebenfalls a priori undenkbar, aber a posteriori erkennbar und real zu kennzeichnen. Diese Merkmale seien: das Unbegreifliche, Wunderbare, aber wissenschaftlich Unwiderstehliche. Diesen Charakter hätten nun die Wahrheiten des Glaubens. Freilich macht er S. 60 das naive Geständniß, daß hier Jemand cinwendcn könnte, wie denn die beiden Sphären, das Physische und das Metaphysische, zu vergleichen wären. Das Physische biete ein Object, das dem Experimente sich hingibt, das reingcistige Ding-an-sich fliehe jede Beobachtung. Als Antwort darauf gibt er, daß es auch in der Natur Probleme gäbe, die nicht durch Beobachtung zu lösen sind, wie z. B. die Frage über die Atmosphäre u. a.- Er überträgt demnach getrost den gefundenen Charakter des Wirklichen auch auf die geistigen Dinge. Er weist nach, daß die Freiheit , wie die Moral sie lehrt, den Charakter des-Wirklichen an sich habe. Somit hat er ihre Möglichkeit als eines real existirenden Accidens dargethan. Er macht sich nun an die Hauptsache, näuilich ihre Wirklichkeit zu beweisen dadurch, daß er die Freiheit Gottes inductionell erschließt. Das geschieht in folgender Weise. Die beiden Axiome: ״Aus Nichts wird Nichts", und ״Keine Wirkung ohne Ursache" widersprechen einander, wenn wir sie auf das Problem der Weltschöpsung