Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Phönicische Alterthümer
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 17)
- Language
- German
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Briefe aus Wien. 463 der Alte», daß das Pswnieische und Punische mit de»! Hebräische» nahe verwandt fei5); der deutlichste ^׳iiisierzech, auf welchem We.ze zu einer eigentliche» Kenntniß des Phvuicische» zu gelangen ist. F r a n kel. Briefe aus Wien. VI11. Im Orteber. Es gebt an uns jetzt einer rer wichtigsten Monate des Iabrcs vorüber. Rosch haschono, Jom Kipur, Succoth, welebe wichtige, inbalrsreiche Tage! Jeder für sich von außerordentlicher Bedeutung. Wer möchte es glauben, wenn man Israel an diesen Feiertagen so massenhaft in die Bethauser strömen siebt, daß dieses nur so selten geschiebt! Wer möchte es wagen, an solchen Tagen auszusvrecben: Israel ist nur ein dürrer Baum! Wer die Statistik der Inden in der Residenz kennen lernen will, muß sie an diesen Tagen studiren. Der Tempel, das eigentliche Bethaus der Gemeinde, erblickt mol v Besucber als er fassen kann, denn es sind die Eingänge.bis zur Straße hinaus mit Personen gefüllt; eben so gebt es in der polnischen Synagoge und in dem Bet- Hause nach altem Ritus. Seit Jahren bestehen bereits für diese Festzeit zwei Fclialsnnagogen und eine sebr beträchtliche Anzahl Winkelbetbauser: und alle sind überfüllt, nirgends ein leeresPlätzchen zu finden.' Viele sahen sich genötbigt, u!n ihrem religiösen Bedürfnisse zu genügen, nach Fünfhaus in das Betbaus der Filialgemeinde zu geben; aber auch da wurde der Platz zu enge. Es besteben überdieß in der Umgebung Wiens, in Meidling, Penzing, Döbling, Baden u. s. w. Betstuben. Allerdings haben diese Tage viel von dein Schauer und Grauen verloren, die sie ehemals batten; es üben aber nichtsdestoweniger diese Tage noch eine magische Gewalt aus. Wir Juden können es uns nachrühmen, wir beginnen mit weit größerem Ernst das neue Jahr als andere Konfessionen. Es bat nicht der leichtfertige Sinn die Herrschaft, wenn die Jahre sich trennen. Ich denke dabei auch unwillkürlich an die Frage eines Dichters von Namen und Ruf, der mir vor Jahren sagte: Neues Jahr mitten 5) Vgl. die Citate bei Movers S. 428. Auf die Bemerkung des Origenes, daß das Phönic., Syr. und Hebr. von einander abstehe (fct^pav 7totp׳ ajj190T^pa; dveatiQcravto), ist bei seiner geringen Kenntniß der bebr. Sprache kein Gewicht zu legen. Krankel, Monatsschrift. V. IS. 35