Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension] / L.
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Slcccnfioucu und Anzeigen. 435 zu ihr, tbeilS mit dem i^lanze des Hofes, sowie mit der Auszeichnung, die sie daselbst erfahrt (\Hct l). Salomo^ feböno Worte und ansrichtigeS LiebeSbekenntniß trugen den Sieg davon, und die Hoehzeitsseierlichkeiten werden fchon vorbereitet (VHet 11). Endlich erwacht ibre Liede zu dem Hirterl mit evncuctcv, verstärkter Mim ft; sie wirst sich Untreue vor und weist Salomo standhaft ab (Aet Hl). Salonro, edel und gereckt, gibt mit Anfovscrung feiner Wünsche il׳rem Verlangen nach, und läßt sie auf's Land zu ihrem Hirten bringen (Aet IV). Die Ab fickt des hnrnzen ist nach dern Verfasser, ״den heiligen (ärmst der Liebe und zwar des bräutlicken Liebesverhältnisses, oder den snpernaturaliüischen Idealisn!r!s, den transseendertten Spiritualismus, den jebovijNschen Dynamisinns irr jeden! eckten Liebesverhältnisse gegenüber den hnipiristen, Sensnallsten, Realisten, Materialisten, Mechanisten des Salouronisehen Zeitalters in Palästina, mit ihrer oberflächliehen Weltanschauung, einseitig berechnenden Verständigkeit, mit ihrem niedrigen Mrämersinne (?) in ihrer Würde und Unabwcisbarkeit darzustellenck Der Vers, findet diese Idee prägnant ausgedrüet't in Act IV, 5 (oder 8, 0 im masor. Texte), wo er, mehr auf das Wort als auf den Sinn sich stützend, die jehovistiscb-supernaturalistische Ansicht von der Liebe entwickelt. Wir glauben jedoch, das! hier zu viel in die Worte gelegt ist. Denn selbst nach der Leseart des Vers, könnte doch in den Worten.״ ׳Ihre l^lurb (der Liebe) der Blitze lMlutb, ihre Flau;- men Flammen Iah's" nichts Anderes als die Allgewalt der reinen Liebe auSgedrnckt sein, die sich nicht überwältigen läßt. Die pbilosopbisck-theologische Deutung dagegen dürfte erst künstlich hinein interpretirt sein. Wir hätten außerdem nock das Bedenken, dag die vorübergehende Verirrung der Sulalnit zwar durch den Manz des Hofes, durch die Sckmeicheleieu der Frauen, durch Salomo'S Liebe motivirt wird, das; aber trotz alledem dieser Wankelmut!׳ der Natur der treuen ״jebovistisehen" Liebe nicht ganz angemessen scheint, 1< 11 ־d das; besonders deren Nücktebr zu ihrer ersten Liebe (Aet II!) durch Nichts motivirt ist. Wir müssen gestehen, das; in dieser Beziehung die Erposition in Böttcher's Bearbeitung: ״Die ältesten Bühnendichtungen. Leipzig 18r!0" mehr Wahrheit und Natürlichkeit hat, inden! dort Sulainit durchweg unwandelbar treu dargestellt und Salomo mit seinen Anträgen verhöhnt wird. Wir hätten noch manches Einzelne zu rügen, z. B. (Act I, Seen. IV) daß Salomo, der znm Schluß des Monologs der Srilamit cintritt (also nicht wissen kann, was vorgegangen), die Worte ausspricht: 3.V