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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 11 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 11
Article
Briefe aus Österreich
Date
1856-01-01
Page
Seite 411 (sequence 5)
Language
German
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Briefe autf Oesterreich. 1־41 ctitc Taxe von 2 Fl. «jit fordern, (vi^cntlunnliit ist, daß die jüdischen Schüler der Volksscknlelassen keinen Religionsunterricht genießen, und zwar aus dem Grunde, weil die Zahl dieser Kinder, die die öffentlichen Schulen besuchen, eine sel׳r geringe ist. Nichtsdestoweniger gibt es in Brunn eine hctracn'icko Anzahl jüdischer Kinder dieser l'» lassen, da riber zweihundert jüdische Iainilien in Brünn leben. Man kann steh am Gnde nur dadurch trogen, daß die Eltern selbst dafür sorgen, ihren Kindern den Religionsunterricht ertheilen zu!affen, da Brünn noch nicht so von jener Lcl einaufklarung beimgesucht ist, wie andere jüdische Gemeinden. Außer dein Religionsunterrichte, dett die jüdischen Schiller der Real- und Gymnanaisc! ulen (beiläufig 200) genießen, wird auch ein eigener Gottesdienst Samstag Nachmittags für dieselben gebalten, der niebt mit den Schulstunden eollidirt. Zu bedauern lst, daß die Predigerfrage fo lange nickt gelost wird-j. Bei allem bmser, der den Vorstand beseelt und den nur von ganzem Herzen würdigen, ist dock nicht außer Acht zu lassen, daß die Herren Gcschaftsmanner sind und' der einigende Mittelpunkt fehlt. Wir haben nickt blos im Auge, daß das jüdische Publicum daselbst noch gern das Wort Gottes verkündigen hört und sieb gern durch das Feuer der Weisen erwärmen laßt; es konnten auch durch den Prediger oder Rabbiner die allgemeinen Interessen der Gemeinde und des Landes gefördert werden. Ich habe lange bei der Hauptstadt des Kronlandes verweilt, desto kürzer kann ick mich über den großen Rest fassen. (Ls ist unbezweifelt, daß man bei einem Gesammtü herb! icke auf die jüdischen Bewohner dieses Kronlandes (beilaung *40,000) viele Gapacitaten gewahrt ׳, gebt man jedoch die einzelnen Gemeinden durch, so vermögen nicht die vereinzelten. Höben und Berge die massenhaften Klüfte auszusüllen. Insbesondere aber muß auf (*inen Punkt stets!׳angewiesen werden.׳ cs fehlt zumeist an guten Schulen. (Ls ist jüngst von der reinsten Orthodoxie ans der Ruf erschollen, ״daß das Iudentbum nicht in den Synagogen lebe; man könnte die Synagogen schließen und das Indenthum kann dennoch in vollem Glanze dastehcn." Wir möchten den Sajz, so begründet er auch im Geseke sein tnag, nicht ganz adoptiren; weil wir glauben, daß es dann gar keinen (Lirugungspuntt gäbe und die disjc.cta membra volU ständig ohne alle Verbindung bleiben würden. So viel jedoch ist gewiß, daß die Reformer vom reinsten Wasser derselben Ansicht huldigen:

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