Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Aus Jerusalem und Constantinopel
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829203-2854699--03155-2854724- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
91110 Jerusalem und Consta,itinopel. 379 gedruckten Bericht über das israelitische Hospital zu Jerusalem, und setzte mündlich den befriedigenden Zustand auseinander, in welchem er die Unterrichtsanstalten zu Alexandrien, Eairo, Jerusalen! und Eonstantinopcl gefunden. Herr Eobn machte sich zum Dolmetscher der Israeliten, und drückte ihre Erkenntlichkeit für die durch den Haiti- Humajun ihnen verkündete Gleichberechtigung ans; worauf Se. Majestät erwiderte: ״Ich bade nur meine Pflicht gethan"'). Herr Eobn richtete hieraus an Se. Majestät die Bitte, cs möge eine größere Anzahl israelitischer Zöglinge in der kaiserlichen medicinischen Schule ausgenommen und auch Israeliten nach Europa zur Vollendung ihrer Studien gesaudt werden: Sc. Majestät bat diese zweifache Bitte vollständig erhört." Gern knüpfen wir an Obiges den Schluß der im vor. Hefte gebrachten Mitteilungen über den Erfolg der Reise des Herrn l)r. L. A. Frankl; beschränken uns jedoch, da schon öffentliche Blätter das Aussübrliche brachten, ans eine kurze Notiz. Nachdem jene Schreier zum Schweigen gebracht waren, ging Herr Nr. Frankl ernstlich und ruhig an das Werk und fand von allen Selten wohlwollendes Entgegenkommen. So wllrde denn die Schule unfern vom einstigen Tempelbofe im Beisein Miami! Pascha's und mehrerer europäischer Eonsnln von L)r. Frankl mit einer trefflichen Rede eröffnet. ״R. Jochanan den Saecai", sprach der Redner, ״erbat sich von dem, Tempel uufc beilige Stadt zerstörenden Römer Jabne ans, und gründete ׳daselbst eine Schule. Der stolze Römer ahnte uicht, daß er hierdurch dein Indentbum neues, den römischen Staat weit überdauerndes Bestehen gewahre. Und in der gottgeweibeten Stadt erbebt sich abermals eine Schule, die dem morgenlandiscben Judenthum neuen Aufschwung geben, die Gebeugten aus dem Staube erheben werde." Der Redner spendete hierauf dem Sultan und seiner Regierung gerechtes Lob, sprach von dem Verdienste Oesterreichs um die Juden -des Orients und lenkte mit Wärme die Aufmerksamkeit der Versammlung auf die edle Gründerin, Frau Elise Herz Lämel in Wien. Die Juden in. Jerusalem drängten sich, wie weiter berichtet wird, allenthalben zu Herrn Dr. Frankl, um Aufnahme in die Schule für ihre Kinder zu erlangen: der sprechendste Beweis, daß eö ihnen nicht au Empfänglichkeit fehlt. U Welch eine Mahnung des uneultivirten Orients an das gebildete Abendland! D. Red.