Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Rabbi Simon ben Jochai
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 10)
- Language
- German
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374 Rabbi Simo» (1ו0י Iochai. gends der Angeberei erwehren kann. Was würde erst geworden wi», wen» der Meusel) mit doppeltem Munde sein Wesen triebeI" R. Simen rettete sich durch die Flucht, und een dieser Zeit ab fängt sein Leben an, mit sagenhaften Zusätzen ausgeschmückt zu » erden, weil seine Nettnug wunderähulich erschien, lieber dieselbe baden wir verschiedene, zum Theil incht ganz übereinstimmende Berichte tjeruf- 6d)cbiit 381», b. Labbat 33!>, l))enesis R. e. 7;), Midr. Kolicletb zu 10, 8, Midi, Esther zll 1, 0). Die Hauptpunkte der Erzählung sind etwa felgende: :>!. Limen wählte als Zufluchtsort eine Heble, in welcher er 13 Jahre zubrachte, mir genährt een de» Früchten der Iohannisbrodbäume, die in der Nähe derselben wuchsen. Wund am ganzen Körper durch den ungesunden Aufenthalt sah er eines Tages, als er ans der Höhle trat, einen Bogel, auf den ein Jäger anlegte, und glaubte gleichzeitig eine Stimme zu hören, die den Bvgel warnte, sc» das; er davonflog. Also auch kein Bogel, sagte er, geht ohne den Willen EkotleS zu Ekrnnde, und sollte ein Mensch nicht derselben Obbnr sich zu erfreuen haben? In Folge dieser Betrachtung fasche er Mu!h, seinen Schlupfwinkel zu verlassen, fand die Lage der Dinge beruhigend und begab sich nach Tiberias, »in in den warmen Quellen daselbst Heilung von seinen Wunden zu suchen. Nachdem er sich dort gekräftigt balle, fühlte er das Bedürfnis;, der Stadt in irgend einer Weise nützlich zu sein. Nun war Tiberias, voll Herodes Antipas zn (ihren des Kaisers TiberinS angelegt, zum Tbcil ans (Arabern gebaut, ein Umstand, der gleich bei der Wrüudüng so sehr gegen das Wohnen in dieser Stadt cinuabm, das; ihr nur durch 8>escl;enke und Berleihung von Freiheiten und Imlunuitäten eine zahlreiche Bevölkerung verschafft werden konnte (IosephnS,!!>». 18, 2). Namentlich waren ganze!heile der Stadt de>l Priesterfamilie» unzugänglich, was diese nicht wenig belästigte. N. Simon beschloß nun, die Stadt für rein zn erkläre», nachdem er vorher die Plätze, wo sich Leichen befänden, kenntlich gemacht und die Fortschaffung derselben bewirkt hätte. Das Erperimeut, durch welches er zu seinem Ziele gelangt sein soll, sieht etwas wunderlich ans. ES beißt, er habe Wolfsbohncn zerschnitten und sie auf den Boden verstreut, die harten u>ld unnachgiebigen Stellen hätte er daun als rein bezeichnet, die weichen untersuchen lassen. Wahrscheinlicher ist, und cs fehlt dafür nicht ail Belegen (Sabbat 34a), daß er durch Aufnahme von Zeugnissen bejahrter Männer zu coustatircu suchte, welche zur Zeit zweifelhafte Stadktheile in