Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 10 · p. Seite 366

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 10
Article
Rabbi Simon ben Jochai
Date
1856-01-01
Page
Seite 366 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2829132-2829192-2829203-2854698--03140-2854711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3t)ö 'Jtabbi 5imon beu Io.dai. i^ol'CHl'cit an* feinem f.׳ebcn und unterstützt durch eine in großartigem Maßstabe auSgefüstrte psendepigrapl!ische Veifnu!^, $nm Hauptträger der Gesteimwissenschaft (Mabbala) flentaebt, und jo aus einem wenn amt mannen, doch nfuttevnen (te|'e|}coielu-er einen Mystiker und Ibei'ü'pben geschaffen. Was der ungestüme, naeb Erkenntnis; durch Inspiration stredeude Weift der mittelalteiliebon Kabbalisten gewellt und erst׳ n neu, dasiir mußte neben Ändern vorzugsweise!st. Simon Namen und Autorität bergeben. So viel Bewunderung ihm das eimnfeito eingetragen, fo bat es andererseits sein geschichtliches Bild auch für die Äugen derjenigen verstnllt, die siel» am eutfediedeusten im (Gegensätze zur Mystik wissen, und gerade das nüedterue Bewußtsein ist geneigt, weil Manches in seinem!Eben dazu deit Änlasi geden scheint, ihn das entgelten \\1 lassen, was er ohne sein Bersednlden unter den Hände» des Mittelalters geworden ist. Der wirkliche!st. Simon ist ein etter Jünger :st. Äkiba's, mit gleicher Wärme für die :steligion seiner Barer, wie für die eden erst im Untergange degriffeue jüdistte Nationalität erglüdend. Dabei »rächt ihn ein Selbstbewusstsein, wie nur innere ,straft es verleibt, in jedem Sinne selbstständig. Mit sorgfältiger Prüfung und mit Äussiteidnug Älles dessen, was ibm nicht aunedmdar erscheint, verpflanzt er die l׳alad׳i!chen Hebron seines Meisters aus seine Jünger, und den bagadischen Auslegungen deffelden siebt er nicht selten seine eigeneu mit ausdrücklichen Worten vor. Nichtsdestoweniger kennt er den ganze» Wertst der Seldstverleuguung im Interesse einsteitlichen Insammenwirkeus, und gleich seinem Lebrcr Äkida und seine» hollegen!st. Me,r.!st. Jose.!st. Iestuda verbietet er streng, seinen stalachifchen Entscheidungen zu folgen, sobald sie nicht durch Zustimmniig der Majorität Gesetzeskraft erlangt. In diesen stalachischen Meinungen selbst ist er weit öfter erleichternd als erschiverend, ein Umstand, der zwar nicht positiv charakteristisch ist, da Gründe rein individueller Natur niemals Eiuflusi auf die Lebniteinunge» der Tanaint staden, aber stilllänglich beweist, daß er sein Object mit der Dreistest eines klaren Kopses, nicht mit der Befangensteit eines Schwärmers destandelt. Bon einer Beschäftigimg mit rätbselbafte», das Mas; menschlicher Erkenntnis; überfliegenden Problenten war er so fern, das? er auf die MeinnugSverschiedenbeit seiner Eollegen. wie Sonne und Mond in den Himmel gesenkt seien, die gewiß bezeichnende Äeußernug chut: ״Wir wissen nichts Genaues darüber anzugebe». Die Sache ist

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.