Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829202--03131-2854689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
362 Recensioncn und Anzeigen. nens anschliefit. — Bei l^elegenheit des Weinbaues (£. 112) sagt der Dcrf.: ״Daß man von derselben (der berauschenden Kraft des Wei- >1eS) überrascht wurde, indem man zuvor nur Most trank, das übrig Gebliebene aber in Gäbnmg übergegangen war und dadurch eine anderc Natur angenommen batte, ist wahrscheinlich, da auch noch der ägyptische König nicht Wein, sondern aus Traube» unmittelbar in seinen Becher gedrückten Most trinkt." Es ist wohl kaum denkbar, daß die biblische Urkunde, der zufolge die berauschende Kraft des Weines schon zu Noahs Zelt bekannt geworden, und der Wein schon zu Abrabam'S (1. Mos. 14, 19) und Isaak's Zeit (I. Mos. 27, 20) ein gewohnliches Getränk gewesen, das einer so alten Kultur theilhaft gewordene Egypten als der Keuntniß von der Bereltung des Weines unkundig darstellcu sollte. Und womit batten sich wohl die Brüder Josephs bei ibm berauscht? st. Mos. 43, 32). Offenbar zeigt der Traum des Mundschenk nur bildlick die Tbätigkeit dieses Beamten an, wahrend Josepb in seiner Deutung und auch die Erzählung selbst den Beruf des Mundschenks darin findet, daß er dem Könige den Trank überreicht. — fein leicht verzeiblicher lapsus calami ist, wenn der Vers. S. 121 sagt, die Israeliten hatten auf ibrem Zuge nach Egypten an einem quellenrcichen Orte zwölf Palmen gefunden (2. Mos. 15, 27); bekanntlich waren cs zwölf Quellen und fiebcnzig Palmen, die sie ans dem Zuge aus Egypten nach Palästina fanden. Die Abschnitte über Religion und Moral des Hcbräismus geben dem Vers, mehrfache Gelegenheit, neutestamentliche Lehren und Ansichten auf ihren theilS in den biblischen, theils in den talmudischen Büchern Vorgefundenen Grund zurückzuführen, und gestehen wir gern ein, daß diese ganze Partie aus unS einen wohlthuendeu und dankeuSwerthcn Eindruck auSgeübt. Wir können zum Schluß das Werk, von dem wir eine flüchtige Skizze zu geben versucht, nochmals einem Irden, dem das Studium des hebräischen AlterthuinS am Herze» liegt, angelegentlichst empfehlen. 14. Talmudische Klänge. Gedichte von Ludwig Schulmann. HildeShcim 1856. 12°; 06 Seiten. Das vorliegende Merkchen enthält metrische Bearbeitungen einer Auswahl talmudjscher Erzählungen und Sittcnsprüche. Die Blüthcn ethischer Lebensweisheit, die auf dem von inniger Glaubcnswärme und tiefem gemüthvollen Wcltbew»ßt>cin befruchteten Boden der Hagada in naturwüchsiger Fülle hervorsproßten, sind hier zu einem anmuthigen