Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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360 Nccensionen und Anzeigen. den Inden Wenige, die der Ergründung der biblischen 'Antiquitäten ihre Kräfte zngewendet, und hier, wie auf dem Gebiete der Grammatik und Exegese, ist vielleicht mehr als billig den Arbeiten nichtjüdischcr Autoren das Feld geräumt worden, nicht als ob die jüdische Wissenschaft sich Resultaten, die ans nicktjüdischem Boden erwachsen, sich eben deswegen verschließen müßte, sondern weil man selbst bei den Heroen der biblischen Wissenschaft selten einer ganz vorurtbeilsloscn, von religiöser Parteinahme ungetrübten Anschauung begegnet, deren Möglichkeit neben einer sichtbaren Anhänglichkeit an die Stamm- und Glaubensgcnosse-rschast eben das vorliegende Buch beweist. Aber auch abgcseben hiervon sollte es von Teilen derer, die zu dem seit den letzte» Derennien gegründeten Bau jüdischer Wissenschaft Stein nach Stein herzutragen, als eine Hobe Aufgabe erkannt, als eine heilige Pflicht geübt werden, daß derjenige Zeitraum, in dem alle spateren Entwickelungen mit unzerreißbaren Wurzel» basten, nicht eben abgerissen von diesen behandelt und der stetige, nothwendige Zusammenbang, in welchem ״bibliscbes" und ״nachbiblisches" Indentbum mit einander steht, auch schon durch die Form der Behandlung zu seinem Rechte komme. Der Zeitpunkt, in welchem die jüngsten Bcstandtbeile des ״Kanon" abgefaßt worden, bildet keine hcrvortretcnde Epoche in der jüdischen Geschichte, und leicht dürfte Manches, was seinen schriftlichen Beleg erst i» spaterer Zeit gefunden, mit seinem Entstehen und Leben in eine frühere Periode hinaufragen. Schwerlich dürste das Bewußtsein eines solchen ZnsammenbangeS in andern als jüdischen Forschern seine» rechten Ausdruck gewinnen, schon weil eine gründliche Kenntniß des IudenthumS in nichtjüdischen Kreise» noch zu den Seltenheiten gehört, wahrend umgekehrt der Jude sich nur mit 'Mühe in einen bestimmt abgezirkelten Kreis bannt, dessen Linie er bei Darstellung der altbiblischen Periode nicht überschreiten dürste. Auch der Vers., der schon durch de» Namen des Werkes den Zeitraum abgegrenzt, den seine Darstellung umfassen soll, hat da. wo es sich um große weltgeschichtliche, das-ganze Lebe» einer Nation umspannende und regelnde Ideen bandelt, den ״Nachkounnen der Israeliten" de» Blick;»gewendet, ebenso bei manchen Einzelheiten die in den Schriften der mischnisch-talmudischen Periode nicdergelegten Hülssuüttcl — wenn auch nicht in ausreichendem Maße -- herangezogen. Bei der großen Masse des in dem Buche zusamniengestellten und bearbeiteten Materials würde eine in das Einzelne eingehende Kritik bei Weitem den Raum überschreiten, der einer Besprechung in diesen Blättern gegönnt ist. Wir müssen, uns deshalb nach einer kurzen