Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 1)
- Language
- German
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352 fRcccnfioncn unb Anzeigen. Recensionen und Anzeigen. Chemda gcuusa von Edelmann. l.X'XIl und 48 Seiten. Königsberg, 1850. Die verschiedenen Sammelwerke, welche in neuerer Zeit erschienen, in denen kleinere, unbekannte Schriften alter Autoren, sowie Monograpbien, Briese und Abbandlungen unserer gelehrten Zeitgenossen in anziehender Form zusammengestellt sind, wirkten höchst belehrend und anregend, und steigerten das Verlangen nach den m d-.1״ verschiedenen Bibliotbekcn noch verborgenen Schätzen. Diese literarischen Fnndgrul en sind in der Tbat noch so reich an geistigem Metall, daß kein Gelehrter aus eigennützigen Absichten nach dem Monopol streben sollte, dieselben allein ausbeuten zu wollen. Der Herausgeber vorstehender Schrift scheint sich aber durch seinen mehrjährigen 'Aufenthalt in Oxford den Beruf unzumaßen, alleiniger Verbreiter der alljüdischen Literatur zu sein. Daß Geiger Iggeret haschmad, Aschkenäsi Briefe von Maiinuni und Hille! edirt haben, siebt er als einen literarischen Diebstahl, als Eingriff in seine Prärogative an, und nicht nur, daß er diese edirten Stücke nochmals abdruckt, angeblich um die Fehler der ersten Edition zu verbessern wogegen aber fern Druckfeblerverzcichniß spricht —, eröffnet er noch einen persönlichen Streifzug gegen Pbilipowsky, weil dieser schon im Iabre 1840 eine Abschrift des Briefes von R. Hille! an den Schreiber dieses gegeben, der nur im wissenschaftlichen Interesse denselben der Sammlung 2':p טעם beigesügt bat. Aber auch die literäriscken und erklärenden Noten, die Herr Edelmann mit einer großen Dosis Selbstüberschätzung anempsieblt, rechtfertigen keineswegs diese zweite Ausgabe. Dawird in einer Einleitung auf 70 Seiten Maimuni'S gezwungener Uebertritt;um Islam gerechtfertigt — was M. in der genannten Schrift selbst mit Hülfe talmudischer Quellen gethan bat 15; da werden ferner einige in der vor vielen Jahren erschienenen l) Dieses haben wir in der gedachten Vorrede nicht gefunden, und auch Maimuni bat keineswegs, wie der -verr Recens. sagt, seinen Uebertritt zum Islam gerechtfertigt. In solchen Dingen muß man genau sein; das leicht hingeworfene Wort kann zum Irrthum verleiten, der hier um so bedauerlicher ist, da in ihm eine Verunglimpfung einer der ersten Männer liegt. M. sucht nur zu entschuldigen, und tritt für die durch Gewalt zum ttebertritte zum Islam Gezwungenen gegen das barte Urtbeil eines gelehrten Zeitgenossen in die Schranken. UebrigenS ist selbst die Authentic dieser Vertbcidigung noch sehr in Zweifel zu ziehen; das Berufen auf im li. Iabrh. lebende Autoren besagt hier nichts, da dieKritik damalSzu sehr auf schwachen Füßen stand, als daß eine pseudonyme Schrift die Gefahr der Entdeckung sehr zu fürchten hatte,