Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die hebräische Inschrift in der Kirche San-Benito oder del Tránsito in Toledo und ihre Geschichte
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 10)
- Language
- German
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330 Briefe aus Jerusalem. so bezieht sie die Zahl, siegen den in jüdischen Schriften einzig gangbaren Gebrauch, auf das siebzehnte Rcgiernngsjahr des Don Pedro — 1367. Sie braucht also einen andern Samuel und schlägt zur beliebigen Auswahl vor entweder Don Samuel, Sohn Meirs Aden-Maza, Vorsteher (>>,»!,»,׳) der toledanischen Gemeinde, der durch nichts weiter bekannt ist, als daß er mit dem königlichen Procnrador von Toledo wegen Aufschub der Stcnerzahlnugen unterhandelt hat, oder einen Don Samuel Aben-Alhadoe, der im Jahre 1406 beauftragt war, die königlichen Renten eiuzuziehe». Nichts kann aber falscher sein. Lolchen obscnrcn Männern setzt man keine Inschrift mit hochtönendem Lob. Es gehört dazu ein Mann, der, wie Samuel Halevi Abnlasia, vermöge seiner glänzenden Stellung, seiner Freigebigkeit und seines Geistes zur Bewundcrung hinrcißt tlnd die Herzen höher für sich schlagen inacht. Die Untersuchung über die Inschrift ist hiermit zu Ende; sie hat kein neues Factum zu Tage gefördert, aber ein längst bckanutcs von dem Nebel des Zweifels befreit, der die Geschichtlichkeit der Inschrift, welche die neuer» Forscher nur aus Heudeck kannten — da sie eine Fälschung hoim iid« Hinnahmen — zu verdächtigen geeignet ist. Den spanischen Limonides hat die Madrider Akademie allerdings entlarvt, aber ihre Beweisführung gegen die von ihn» gefolgerten Data und Namen ist so schwach, daß Mancher sich hätte versucht fühlen können, ihm trotzdem beizustimmen. In der verhältnißmäßig qnellcnarmen jüdischen Geschichte ist ein kleiner Bruchthcil Wahrheit von unberechenbare»! Gewinn, weil eö aus diesem Gebiete so viele Jrrthümer gibt, die aus der Unklarheit der Facta stets neue Nahrung ziehen. Graetz. Briefe aus Jerusalem. Die Ankunft des Ihrem Leserkreise, wie überhaupt der deutschen Lesewett bekannten Herrn vr. Ludwig August Frankl war eine seit Monaten angekiludigte und sehnsuchtövolt erwartete. Wir hatten die Freude, Herrn vr. Frankl am 28. Mai in der h. Stadt zu begrüßen. Vorn Chacham-Paschi der Großgemeinde, de», er durch den Chacham- Paschi von Eonstantinopel, von Korfu, von Damaskus, wie von den Rabbinern von Prag und Wien empfohlen war. mit Auszeichnung empfangen, ersuchte er ihn sogleich nach seiner Ankunft, eine Versamm-