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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 8 · p. Seite 312

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 8
Article
Das Buch der Jubiläen
Date
1856-01-01
Page
Seite 312 (sequence 2)
Language
German
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312 Wissenschastlichc Aufsätze. Glanz der Bilder, noch durch Tiefe der Auffassung auch auf Augenblicke nur den Pscudoepigrapben vergesse» lassen, Diese spätere Legenden!׳»- gada unterscheidet sich auch, wie es dem Wesen der Legende gemäß ist, von der älteren Hagada durch eine gewisse, freilich geistlose Selbstständigkeit: die alte Hagada bebt einen Zug, einen Ausdruck heraus, die Legcndeuhagada bemächtigt sich der ganzen bibl. Person oder Erzäblung, stellt ihr Product als eine selbstständige Ueberarbcitung des bibl. Stoffes bin, als eine neue Erzählung, in die sie die bibl. Facta einverwebt. Zu dieser Gattung der Hagada geboren das Sefer Hajaschar, Dibre Haiamim Haaruck׳, Pctirat Mosche, Petirat Abaron u. a.: und da der durch die Halacha geschärfte jüd. Geist nie in jene frömmelnde Gedankenlosigkeit versank, die an faden Legenden, weil sie heilige Gegenstände zum Ausgangspunkte nehmen. Gefallen findet, so wurden diese Werke bald der Vergessenheit ubergeben und verloren sich grösitentbeils in dem Strome der Zeit. Die neuere historisch-kritische Forschung bat sich auch dieses Zweiges der jlid. Literatur bemächtigt, der, wenn auch nicht ein eigentlich wissenschaftliches Interesse anregend, dennoch eine geschichtliche Berechtigung bat. da diese Schriften manchen tiefen psychologischen Einblick in die Anschauungen und geistigen Zustände des Zeitalters ihres Entstehens gewähren. Das Buch der Jubiläen gehört nach Geist und Inhalt ganz der später« Hagada an. Es fuhrt die Aufschrift: ״Dieses sind die Worte der Eintbeilung der Tage nach dem Gesetz und Zeugniß, nach den Begebenheiten der Iabre, nach ihren Siebenden, nach ihren Inbilae», durch alle Jahre der Welt hindurch, gemäß dem was er mit Mose auf dem Berge Sinai geredet hat." Das Werk bat 50 Kapitel und beginnt damit, daß 'Moses, der auf den Berg Hinaufstieg und dort 40 Tage und 40 Nächte verweilte (Ezod. 24, 12 ff.), von Gott über das was vorher gewesen und was zukünftig, belehrt wurde: der Herr erklärte ibm die Eintbeilung der Tage des Gesetzes und Zeugnisses und sprach: ״Merke auf jede Rede die ich dir sage und schreibe sic aus in ein Buch, damit ihre Geschlechter sehen, wie ich sie verlassen habe wegen all des Bösen das sic gethan haben, indem sie abwichen von dem Bunde, den ich zwischen mir und dir heute festsetzc aus dem Berge Sina für ihre künftigen Geschlechter. Und cs wird diese Rede, wenn alle die Strafgerichte kommen, gegen sie zeugen und sie werden erkennen daß ich gerechter bin als sie ff.", und fast ganz dieselben Worte, mit denen Deuter. 31. >6—21 Israels böses Treiben vorausgesagt wird. Hierauf: ״Und ick׳ werde Zeugen zu ihnen schicken, daß ich ihnen Zeugniß gebe, aber sie werden meine Zeugen nicht hören und sie tödten;

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