Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Über jüdische Gelehrsamkeit und Literatur in den Niederlanden
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 10)
- Language
- German
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294 lieber jüdische Gelebrsrmkeit und Literatur Handwörterbuches, dem jedoch die gelehrte Welt nicht alle die verdiente Anerkennung gezollt har. Neben den grammatischen Werke» der niederländischen Juden verdienen die Schriften, die sie zur Erklärung — Exegese - der Bibel herausgegcben, besondere Erwähnung; denn auch diese habe» auf christliche Gelehrte einigen Einfluß geübt. Sind) hier glänzt wieder als ein Stellt erster Größe der berühmte Vianasse den Israel, dessen auSgezeid)nete Leistungen and) weit außer dem Kreise seiner Nation gewürdigt wurden. Schon i» seinem fünfzehnten Jahre hatte er das Predigtamt augetreten, und diente er der Svnagoge eine Anzahl Jahre als Lehrer. Noä» größeren Nus erwarb er sich durch seine theologischen Schriften, an deren Spitze sein Eoneiliador lAmst. 1632 in 4) steht, worin er sich das Ziel setzte, die scheinbar widersprechenden Stelle» des A. T. dnrd) eine vielseitige Beleuchtung in llebercinstiinmnng zu bringen. Nebenbei batte er ivobl and» die Berkheidignng dieser Stellen nach jüdischer Auffassung gegen christliche Deutungen zum Zweck; doch zeigte er dieses weniger öffentlich, theils um seine christlichen Landsleute nicht zu kränke», theils um das Wohlwollen seiner gelehrten Freunde einer anderen Eonsesston nicht aufs Spiel zu setzen. Eine andere Sd)risk, wozu wie es scheint der Unglaube und die Frei« geisterei einiger seiner Brüder ihm Beranlassnirg gegeben, vertbeidigt die Anserstehnng der Tobten i» drei Büchern, im Spa- Nischen (Amst.!636 in 12). <*0 ist in demselben Iabre auch im Lateinischen berausgegeben worden, Einige Jahre später veranlaßrcn ihn die Zwistigkeiten, die in der reformirten Kirche über die Lehre der Sünde und Gnade geführt wurden, die Feder zu ergreifen, »in eine Schrift zu verfertigen ״Ueber die menschliche Schwäche und Hinneigung zur Sünde" (!)<• la iVa״ili»latl luiinaiia e iiidiiiai'iiiii 111• J'otiihr«‘ al peri-atu. Slmst. 1642 ill 4), worin er eine ziemlich starke Neigung zeigt zu jener schwächeren Auffassung von des Mensche» Sündenzttstand und sittlicher Verdorbenheit, die in der Christenheit in der Schule des Pclagiuö ihre Anhänger findet; wobei er jedod) die Lehre des britischen Mönches (spater auch durch die Wesleianer angenommen und eifrig bearbeitet), daß nämlid) der Mensd) sd)0n hier auf Erden vollkommen sein und dem Gesetz völlig nad)ko1nnten könnte, kräftig bestreitet. In eiltet» später crsd)ienencn Werke, lieber das Endziel des Lebens (de terinino yitae), worin er auch Vcrsd)iedc1lts über sid) selbst