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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 8 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 8
Article
Über jüdische Gelehrsamkeit und Literatur in den Niederlanden
Date
1856-01-01
Page
Seite 292 (sequence 8)
Language
German
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21« Uch'r jüdische (yclci'tfamfeit und Literatur Hache z>t unterrichten. So wird von einem Johann Braun, einem Jünger des EocccjnS, ans der Pfalz gebürtig, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen Professvrstuhl einnahin, erzählt, daß er einen gelehrten Rabbiner mit seiner Hamilie nnterhielt, um seine Studenten in der hebräischen Sprachkenntniß und Literatnr zu belehren''). Zn Frannekcr hielt sich in den Tagen des berühmten Orientalisten Rhenserd ein polnischer Rabbiner auf, der die Studenten an jener Akademie mit der rabbinischeu Literatnr bekannt machte''). Endlich erwähnt ein hochdcntscher Reisendcr, der im Jahre 16U8 eine Beschreibung des Zustandes der Mii'cbc und des öffentlichen Unterrichts in den Niederlanden heransgab, daß er ans seinen Reisen oft von einem gewissen Docior Pina gehört, der viele resonnirte Theologen jener Zeit zn seinen Schülern zählte"). Es ist ferner bekannt, daß auch der berühmte hochdeutsche Orientalist Andreas Dauz nicht nur befreundet war n!it de»! gelehrte» porlugiestschen Inden Jakob Hidanque, dein Herausgeber von Abarbanels Eommentar zn den großen Propheten )erschienen in Hamburg) und des Buches Michlal Jophe )erschienen in Amsterdam), sondern auch mit dem eben erwähnten Ui', de Pina und mit Joseph Athias, dem Herausgeber der hebräischen Bibel. Dieser Einfluß der Juden aus das hebräische Sprachstudium unter den christlichen Gelehrten währte bis ans die Zeit des Albert Schulten-, der dem Rabbiinschen und Talmudischen bei den Theologen den Todeüstreich versetzte"). Er war auch die Veranlassung, daß ein ausgezeichneter israelitischer Sprachlehrer und Kenner, der sich im achtzehnten Jahrhundert längere Zeit in Amsterdam aufhielt, für die Studien unserer Theologen bei Weitem nicht von so vieler Bedeutung war, als weniger gelehrte Rabbiner hundert ö) Schudt, Jüdische Merkwürdigkeiten. Th. t. L. 515 7) Schutt 1. a. [)1. 8) BenIhein. holländischer Kirchen- und Lchutstaai. 1h I. S. 025. Dieser Verfasser meint wahrscheinlich de Pina. auf den de Barriod einige Lobgedichlc verfertigte unter dem Titel: 8c»or David de firia, Mcclieci, Thcologo y Orator famose. 9) Professor Willmet, De retinenda aiuiqua in Literis Oricntalilms gloria. Amsterdam 1805.!> l>—14. Jedoch ein tz-eseniu- und andere große Orientalisten unserer Zeit erkennen wiederum den Nutzen, welchen man von der talmudischen und rabbinischen Literatur ziehen kann. Siehe dessen hebräisch-chatdäische» Handwörterbuch.!Vorrede XXIV. V.

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